Einrichtung am Grenzdurchgangslager

Ausbau für 13 Millionen: Museum Friedland soll wachsen und mehr Besucher locken

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Stellten das Programm des Museums Friedland vor: (von links) Dr. Leiter Frank Frühling, Pressesprecherin Eva Völker und Dr. Steffen Wiegmann, Wissenschaftlicher Leiter der Einrichtung. 

Friedland. Das Museum Friedland zur Geschichte des Grenzdurchgangslagers will mit Ausstellungen, Lesungen und Vorträgen mehr Besucher locken. Außerdem wird es ausgebaut.

In den kommenden Jahren soll ein weiteres Museumsgebäude mit Ausstellungs-, Seminar- und Bibliotheksräumen sowie einem „Cafe der Begegnung“ entstehen. Das Vorhaben soll im März europaweit ausgeschrieben, kündigte Museumsleiter Dr. Frank Frühling an. Der Bau dieses Besucher- und Dokumentationszentrums wird auf etwa 13 Millionen Euro geschätzt. Die Finanzierung sei „abgesichert.“

Die Ausstellungen, die in den nächsten Monaten in dem Friedländer Museum zu sehen sind, behandeln die Themen Sport und Integration sowie Gesundheit, Sexualität und Beziehungen, sagte Dr. Steffen Wiegmann, wissenschaftlicher Leiter des Museums. Das Programm sei „ein gutes Spiegelbild dessen, was bei uns passiert“. Bis zum August sind insgesamt zehn Veranstaltungen geplant.

Zum Auftakt der Reihe stellt der in Wien lehrende Zeithistoriker und Universitätsprofessor Philipp Ther am Mittwoch, 28. Februar, um 19 Uhr im Grenzdurchgangslager (Haus 4) sein neues Buch „Die Außenseiter“ vor. Der Autor geht in dem Werk Gründen für Flucht wie religiöser Intoleranz, radikalem Nationalismus und politischer Verfolgung nach. Anhand von Lebensgeschichten veranschaulicht er die Not auf der Flucht.

Freien Eintritt ins Museum gibt es anlässlich des Tages der Archive am Sonntag, 4. März, ab 15 Uhr. Einen Einblick in die Sammlung können Interessierte ab 16.30 Uhr bekommen.

Am Mittwoch, 11. April, liest ab 19 Uhr im Museum die Göttinger Autorin und Theater-Regisseurin Luise Rist aus ihrem Buch „Morgenland“. Es geht darin um Geflüchtete, die auf dem Weg nach Deutschland in Serbien gestrandet sind und dort von Behörden und der Polizei schikaniert werden.

Das Auftaktkonzert der Göttinger Händel-Festspiele findet diesmal am Samstag, 21. April, in der katholischen St. Norbert-Kirche im Lager Friedland statt. Für Konzertbesucher bietet das Museum eine Führung an. Der Film „Wir sind Juden aus Breslau“ der Regisseurin Karin Kaper ist am Mittwoch, 16. Mai, ab 19 Uhr zu sehen. Er dokumentiert Treffen und Gespräche von hochbetagten Breslauer Juden, die von den Nazis verfolgt wurden, mit Jugendlichen aus der heute polnischen Stadt.

Eröffnung vor zwei Jahren

Das Anfang 2016 eröffnete Museum im historischen Friedländer Bahnhof zeigt in einer Dauerausstellung auf einer Fläche von 350 Quadratmetern die mehr als 70-jährige Geschichte des benachbarten Grenzdurchgangslagers Friedland. Im vergangenen Jahr hatten rund 20 000 Menschen die Ausstellung besucht, sagte Museumsleiter Dr. Frank Frühling.

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