Ausschuss sagt Ja zum Konzept für Flüchtlingswohnheim Zietenterrassen

Ehemaliger Exerzierplatz auf den Zietenterrassen: Hier soll das Flüchtlingswohnheim gebaut werden. Im Hintergrund ein Gebäude der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK)., Foto: Kopietz

Göttingen. Die Planung für den Bau eines Flüchtlingswohnheims auf den Zietenterrassen ist auf dem Weg: Der Sozialausschuss des Rates der Stadt hat das Konzept am Dienstagnachmittag einstimmig empfohlen.

„Das ist ein gutes und wichtiges Zeichen“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) nach der Sitzung auf HNA-Anfrage. Es gehe darum, die Planung und das für die Stadt so wichtige Projekt im breiten Konsens vorzubereiten.

Die Sitzung brachte zuvor weder eine hitzige, noch eine kontroverse Diskussion. Vielleicht, weil die Verwaltung im Beschlussvorschlag den Titel geändert hatte. Geplant ist „die Errichtung einer temporären, nach der Eröffnung auf fünf Jahre begrenzten, Flüchtlingsunterkunft“.

Frank Schorkopf von der „Bürgerinitiative Zukunft Zietenterrassen“ begrüßt die Änderung, wenngleich er sie nicht als rechtlich, sondern nur politisch bindend bewertet. Oberbürgermeister Köhler sieht diesen Passus als „politisch verpflichtend“ und absolut sinnvoll. „Wir haben ihn als Sicherheit eingebaut. Wir hatten aber auch nie etwas anderes vor, als die Befristung auf fünf Jahre“, betont Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD).

In einem Konzept solle nun die Qualität und der Betreuungsstatus festgeschrieben werden. Das Konzept soll auch weiterhin öffentlich diskutiert werden. „Die Mitarbeit der Bürger ist dabei erwünscht“, sagt Schlapeit-Beck.

Die Sozialdezernentin lässt auch keinen Zweifel an der Zuständigkeit der Stadt: „Wir werden die Trägerschaft des Wohnheims übernehmen.“ Im „Göttinger Tageblatt“ sei sie missverständlich zitiert worden und der Eindruck entstanden, dass die Stadt kein Träger des Flüchtlingswohnheims sein wolle. „Wir müssen der Träger sein, das geht gar nicht anders“, macht Rathaus-Chef Köhler deutlich.

Allerdings wird nun per Ausschreibung ein externer Betreiber gesucht. „Wir brauchen ihn zur Verstärkung und Unterstützung, weil wir nicht genügend eigene Mitarbeiter für einen Betrieb haben“, erläutert Schlapeit-Beck.

BI-Sprecher Schorkopf wünscht, dass der Prozess und die spätere Arbeit im Wohnheim weiter begleitet wird. Er schlägt die Besetzung eines Steuerungsausschusses vor, der mit Vertretern aus der Politik, der Stadt, dem Betreiber, Bürgern und Flüchtlingen besetzt sein solle. „Es wird ein begleitendes Gremium geben“, sicherte Schlapeit-Beck im Ausschuss zu. Auch Köhler ist für ein Gremium, ein Unterausschuss aber könne es nicht sein, denn man müsse schnell handlungsfähig sein.

Kritisiert wird von der BI weiter die Größe des Wohnheims: Man sollte darüber noch einmal nachdenken. Ein kleineres Wohnheim sei möglicherweise im Sinne der Betreiber und der Flüchtlinge, so Schorkopf.

Wohnheim für Flüchtlinge

Geplant ist der Bau dreigeschossiger Gebäuderiegel mit Zugang über vorgelagerte Treppen und einen Laubengang. So entstehen 33 Einheiten mit einer Fläche von je 60 Quadratmetern – konkret sind es 30 Wohnungen für sechs Personen sowie drei Gemeinschaftsbereiche für Hausmeister, Sicherheitsdienst und Sozialarbeit mit Kinderbetreuung und Jugendraum. Die Gebäude sollen in Modulbauweise innerhalb von sechs bis sieben Monaten erstellt werden. Kosten: 4,5 Millionen Euro samt Außenbereich. Der geplante Standort auf dem ehemaligen Exerzierplatz der Zietenkaserne an der Hannah-Vogt-Straße sei mit der benachbarten Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) abgestimmt worden. Dort soll auch der Göttinger Gesundheitscampus von HAWK und Uni-Medizin entstehen.

Von Thomas Kopietz

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