Eröffnung am Dienstag

Ausstellung erinnert an Geografie-Professor Matthias Kuhle

Feld-Forschung: Einen frisch abgegangenen Schlammstrom mit bis zu hüttengroßen Gesteinsblöcken fotografierte der Göttinger Geograph Prof. Matthias Kuhle im Juli 2000 im pakistanischen Arandu-Tal des Karakorum in 3600 m Höhe. Mit anderen Wissenschaftlern warnte er vor den Folgen der Klimaerwärmung.

Göttingen. Zwei Jahre nach dem tödlichen Unfall des Geografie-Professors Matthias Kuhle bei einer Himalaya-Exkursion zeigt das Geografische Institut der Uni Teile seines Nachlasses.

Die Ausstellung mit dem Titel „Digital High Asia“ umfasst nach Angaben der Hochschule neben großformatigen Gebirgspanoramen, Fotos sowie Gesteins- und Bodenproben aus Hochasien auch Auszüge aus Kuhles Publikationen, insbesondere zur Eiszeit-Theorie.

Auch Expeditionsfilme aus der Region um den Mount Everest und das Karakorum-Gebirge werden gezeigt. Die Schau wird am Dienstag eröffnet.

Matthias Kuhle war während eines großen Erdbebens in Nepal im April 2015 in einer Schlucht durch herabfallendes Gestein am Kopf getroffen und tödlich verletzt worden. Der 68-jährige Hochschullehrer leitete in dem Gebiet eine Forschungsexkursion. Die 15 studentischen Teilnehmer aus Göttingen und ein weiterer wissenschaftlicher Betreuer wurden nicht oder nur leicht verletzt.

Exkursionen, wie sie Kuhle angeboten hatte, seien Teil des Geografie-Studiums, erläuterte der damalige Dekan Prof. Dr. Hilmar von Eynatten, „Man könnte das alles auch in Bildern zeigen. Aber das wäre nicht dasselbe. Man muss die Veränderungen der Landschaft real sehen können, die Steine fühlen, um Geomorphologie zu verstehen.“ Und Dr. Faust ergänzt: „Würden wir darauf verzichten, würden wir uns wissenschaftlich zu sehr einschränken.“ Die Forschung im Feld gehöre zur Geografie.

Von der Arbeit Kuhles, anderen Lehrenden und Studierenden berichtet die Ausstellung, „Digital High Asia“ wird am Dienstag, 30. Mai, um 16.15 Uhr im Geografischen Institut der Universität Göttingen, Goldschmidtstraße 5, 37077 Göttingen, mit zwei wissenschaftlichen Vorträgen zum Thema „Natur und Gesellschaft im Himalaya“ eröffnet.

Mehr Informationen gibt es im Internet bei der Uni Göttingen

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