Ausstellung im Göttinger Primatenzentrum: Tiefe Blicke ins Gehirn

Ausstellungseröffnung: An verschiedenen Stationen konnten Besucher ihr Wissen testen und ausprobieren, wie gut sie Gesichter erkennen können. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Göttingen. Es lässt uns lachen, weinen, sprechen, macht uns zu denkenden und fühlenden Lebewesen. Unser Gehirn ist das wichtigste und komplizierteste Organ des Körpers. Faszinierende Einblicke ins Gehirn, das der Forschung noch so manches Rätsel aufgibt, bietet die Ausstellung „Portraits of the Mind “ im Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen.

Wissenschaftler versuchen bereits seit Jahrhunderten den Geheimnissen des Gehirns auf die Spur zu kommen. Während die Forscher im Mittelalter noch durch Messen, Wiegen und Zerschneiden zu verstehen versuchten, wie das Gehirn funktioniert, machen heute moderne Untersuchungs- und Visualisierungsmethoden das Unsichtbare sichtbar. Dabei müssen sich die Forscher nicht mehr damit begnügen, das tote Gehirn zu untersuchen. Verschiedene Techniken erlauben auch die Untersuchung des lebenden, denkenden Gehirns.

Hochauflösende Aufnahmen

Die DPZ-Forscher können heute hochauflösende, mikroskopische Aufnahmen nutzen. Färbemethoden erlauben es, auch die kleinsten Zellen und Strukturen hervorzuheben. Daneben liefern hochtechnologische Verfahren wie die Magnetresonanztomografie tiefe Einblicke in die Anatomie und Funktion des Gehirns.

Blick ins Kleinhirn: Mithilfe der In-Situ-Hybridisation ist es möglich, tiefer in Zellgewebe zu schauen als mit dem Mikroskop. Foto: Deerinck/Ellisma/nh

So entstehen faszinierende Bilder, die in ihrer Abstraktheit an moderne Kunstwerke erinnern. 34 zum Teil großformatige Bilder stehen im Mittelpunkt der Ausstellung im DPZ. Die Aufnahmen basieren auf dem Bildband „Portraits of the Mind - Visualizing the Brain from Antiquity to the 21st Century“ des US-amerikanischen Neurowissenschaftlers Carl Schoonover.

Dazu kommen Aufnahmen und Filme von Göttinger Neurowissenschaftlern, die am DPZ erforschen, wie das Gehirn komplexe Bewegungen steuert, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen und auf äußere Reize reagieren. Vor allem interessieren die Forscher die neuronalen Grundlagen kognitiver Funktionen wie Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung und Raumbewusstsein.

Einige Stationen der Ausstellung laden Besucher zum Testen der eigenen Hirnleistung ein. So gibt es zum Beispiel ein Quiz mit Fragen zum Gehirn. Man kann die eigene Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen, testen und es wird erklärt, was im Gehirn eines Elfmeterschützen geschieht. Ein Film zeigt einen Versuch mit Affen, die mit süßem Saft belohnt werden, wenn sie Aufgaben richtig lösen. In einer Vitrine sind außerdem Primatenschädel sowie Gehirnpräparate und Modelle zu sehen.

Die Ausstellung im Foyer des DPZ-Hauptgebäude (Kellnerweg 4) läuft bis zum 31. Mai und ist montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, sowie freitags von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Gruppen können sich für Führungen anmelden (E-Mail: klensang@dpz.eu). (zsh/nh)

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