Geldgeber besuchten Schau

Ausstellung zur Zwangsarbeit in Göttingen: Zeitreise mit Koffern und Touchscreens

Besuchten die Ausstellung: (von links) Dr. Rolf Keller (Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten), Lisa Grow, Günther Siedbürger (beide Geschichtswerkstatt), Dr. Elke Gryglewski (Direktorin Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten), Hans-Christian Biallas (Präsident der Klosterkammer), Dr. Vincent Knopp (Geschichtswerkstatt)
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Besuchten die Ausstellung: (von links) Dr. Rolf Keller (Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten), Lisa Grow, Günther Siedbürger (beide Geschichtswerkstatt), Dr. Elke Gryglewski (Direktorin Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten), Hans-Christian Biallas (Präsident der Klosterkammer), Dr. Vincent Knopp (Geschichtswerkstatt).

Der Schrecken ist unbegreiflich. Und es finden sich immer noch unentdeckte Spuren der Erinnerung an die Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs auch in Südniedersachsen Zwangsarbeit verrichten mussten.

Göttingen – Bei einem Besuch in der Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit – Südniedersachsen 1939–1945“ in der Berufsbildenden Schule II (BBS II) in der Godehardstraße 11 in Göttingen, überzeugten sich die Geldgeber der Ausstellung von den Neuigkeiten.

Der Präsident der Klosterkammer Hans-Christian Biallas war aus Hannover angereist, um sich das Konzept der Ausstellung näherbringen zu lassen und zu überprüfen, ob die 200 000 Euro, die die Klosterkammer bereits seit 2018 und bis Ende 2022 jährlich in das Projekt steckt, gute Verwendung finden. Die Klosterkammer investiert über die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten insgesamt eine Millionen Euro in die didaktische Vermittlung des Schicksals unzähliger Zwangsarbeiter.

Bei der Aufarbeitung der eigenen Geschichte anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Klosterkammer 2018 hätten sich Verbindungen zur Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten gefunden. Bloß mit einer Stele oder eine Gedenkstätte dieser zu erinnern, sei nicht ausreichend, sagte Biallas. So sei die Unterstützung für die Ausstellung zustandegekommen, die seit 2010 besteht und seit 2015 dauerhaft in den Räumen der BBS II Platz gefunden hat. Die Vertreter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Direktorin Dr. Elke Gryglewski und der Leiter der Abteilung „Gedenkstättenförderung Niedersachsen“ Dr. Rolf Keller, sprachen der Klosterkammer ihren Dank für die finanzielle Unterstützung aus.

Bei der Führung durch die Ausstellung stachen auffällige orangefarbene Touch-screen-Stationen hervor, die dank der Aufwendungen der Klosterkammer angeschafft werden konnten. Dr. Vincent Knopp von der Geschichtswerkstatt, dem Kuratorenteam der Ausstellung, erläuterte, wie Schüler an diesen Stationen selbst recherchieren können und sich so einen eigenen Weg durch die unbegreiflichen Verbrechen ebnen können. „Die Schüler vertiefen sich in den Videos. Erst vor kurzem war eine Klasse zu Gast, die mehr als eine Stunde die Schicksale der Zwangsarbeiter recherchierte“, erzählte Knopp.

Seine Kollegen Lisa Grow und Günther Siedbürger präsentierten dagegen altmodische Koffer, die vollgepackt sind mit Erinnerungsstücken. Anhand dieser Dinge können Schülergruppen die Ausstellung aus verschieden Perspektiven ergründen. Es gibt etwa zehn Koffer unter anderem zu den Rassengesetzen, die mit allerlei Utensilien, wie Lebensmitteln und Papierdokumenten und weiteren Erinnerungsstücken, gefüllt sind.

Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas zeigte sich beeindruckt von den didaktischen Mitteln der Ausstellung. „Die Ausstellung ist herausragend gut gelungen“, lobte er die Initiatoren. „Genauso habe ich mir das vorgestellt.“ Eins wünschte er sich jedoch zugleich: „Die Ausstellung sollte möglichst in ganz Niedersachsen gezeigt werden.“ (Paul Bröker)

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