Oppermann weiht Raum in Berlin ein

Auswärtiges Amt: Saal nach Ex-Göttinger und Widerständler Adam von Trott benannt

Sitz des Außenministers: Das Auswärtige Amt in Berlin. Foto: dpa

Göttingen/Berlin. Das Auswärtige Amt hat einen Sitzungssaal nach dem ehemaligen Göttinger Studenten und Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz benannt.

Thomas Oppermann, Göttinger Bundestagsabgeordneter und SPD-Fraktionsvorsitzender, weihte am Donnerstag mit Michael Roth, Staatsminister für Europa, den Adam von Trott-Sitzungssaal im Auswärtigen Amt ein.

Auch in Göttingen gibt es seit gut einem Jahr einen Adam-von-Trott-Saal. Auf diesen Namen taufte die Universität den Festsaal des Hauses im Tagungszentrum Alte Mensa am Wilhelmsplatz. Im Stadtteil Weende wurde 2016 eine Straße nach dem Widerstandkämpfer Adam von Trott zu Solz benannt.

Widerstandskämpfer: Adam von Trott zu Solz. Foto: dpa-Archiv

Adam von Trott zu Solz entstammte einer Familie des hessischen Uradels, die seit vielen Jahrhunderten im heutigen Landkreis Hersfeld-Rotenburg ansässig ist. Stammsitze der Familie sind die Dörfer Solz und Imshausen, heute zur Stadt Bebra gehörend.

Er verbrachte seine Jugendjahre in Hann. Münden, studierte dann in Göttingen. Rechtswissenschaften, promovierte am Lehrstuhl für Völkerrecht, schließlich wurde er Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes. Er gehörte zu der Gruppe von Widerständlern um Helmuth Graf von Moltke und Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die ein Attentat auf Adolf Hitler starteten, was am 20. Juli 1944 aber fehlschlug. Adam von Trott zu Solz wurde am 26. August 1944 von den Nazis hingerichtet. Er entwickelte auch weitreichende Ideen für ein freies gemeinsames Europa.

Thomas Oppermann hegt Bewunderung für Adam von Trott zu Solz: „Ich bin tief beeindruckt von diesem mutigen Kosmopoliten und überzeugten Europäer.“ Jahrzehntelang war das Lebenswerk von Trotts fast vergessen: „Ich bin der Universität Göttingen sehr dankbar, dass sie zum 70. Jahrestag des gescheiterten Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 mit einer Feierstunde an Adam von Trott erinnerte.“

Einsatz für Uni-Projekt: Thomas Oppermann. Foto: Welch

Thomas Oppermann setzte sich zudem erfolgreich dafür ein, dass ein Kooperationsprojekt der Uni und der Stiftung Adam von Trott aus Bundesmitteln gefördert wird. Auf Oppermanns Initiative schrieb das Auswärtige Amt ein Adam-von Trott-Stipendium aus. (tko)

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