Verleihung im Alten Rathaus

Auszeichnung: Edith-Stein-Preis für zwei Studienprogramme in Israel

Feierstunde: Der Vorsitzende des Edith-Stein-Kreises Heiner J. Willen (vierter von rechts) überreicht im Alten Rathaus in Göttingen den Edith-Stein-Preis 2017 an Prior-Administrator Pater Dr. Nikodemus Schnabel und Professor Dr. Ulrich Winkler von der Dormitio-Abtei sowie an Professor Dr. Bernd Schröder vom Studium in Israel (erster, zweiter und siebter von links). Foto: Eriksen

Göttingen. Der Edith-Stein-Kreis Göttingen hat ihren mit 5000 Euro dotierten Edith-Stein-Preis 2017 an zwei Organisationen verliehen.

„Studium in Israel – ein Studienjahr für Theologiestudierende an der Hebräischen Universität in Jerusalem“ und „Theologisches Studienjahr Jerusalem an der Dormitio-Abtei für deutschsprachige Theologiestudierende“. Damit werde die langjährige Arbeit der Preisträger als wichtige Beiträge für die Verständigung zwischen Juden und Christen gewürdigt. Die alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung erinnert an die Frauenrechtlerin und katholische Nonne Edith Stein (1891 bis 1942), die von 1913 bis 1915 in Göttingen lebte. Edith Stein konvertierte zum Katholizismus, ohne jedoch ihre Wurzeln im jüdischen Glauben ganz zu verleugnen, wie mehrere Teilnehmer an der Preisverleihung betonten. 1942 wurde sie in Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordet. 1987 wurde sie heiliggesprochen.

Bei der Preisverleihung im Alten Rathaus in Göttingen zog sich der Begriff „Grenzen überschreiten“ durch die Reden. Die Vorsitzende der Edith-Stein-Gesellschaft Deutschland Dr. Katharina Seifert betonte, es gehe darum, Sprach- und Verstehensgrenzen aufzuheben. In unserer Zeit herrsche eine Sehnsucht nach dem Fall der Grenzen zwischen Religionen.

Der katholische Theologe Professor Dr. Rainer Kampling von der Freien Universität Berlin hielt eine geistreiche, mit Humor gewürzte Laudatio auf die zwei Preisträger, die er „Migranten des Wissens“ nannte.

Kamplings Aussage, es gebe und gab nie „das“ Judentum, sondern viele Judentümer, griff der Göttinger Theologe Professor Dr. Bernd Schröder vom „Studium in Israel“ in seiner Dankesrede auf. Unerlässlich sei das Erlernen von Neuhebräisch. „Die Studierenden werden dadurch in den Alltag in Israel integriert und treffen auf viele Formen des Judentums bis hin zur Gleichgültigkeit gegenüber dem jüdischen Glauben.“

Mönch geworden

Prior-Administrator Pater Dr. Nikodemus Schnabel und Professor Dr. Ulrich Winkler von der Dormitio-Abtei waren aus Israel angereist. Für beide war die Teilnahme am „Theologischen Studienjahr Dormitio“ als Studierende lebensentscheidend. Schnabel ist dadurch Mönch geworden.

Tomke Hannemann und Johannes Müller, die am Studium in Israel teilgenommen haben, sowie Lisa Schröder und Julian Lezuo, die an der Dormitio studiert haben, wurden vor der Preisverleihung zu ihren Erfahrungen in Israel befragt. Diese seien vielfältig und ausnahmslos positiv, schwärmten sie. Die Preisträger werden das Geld für eine Vorlesungsreihe in Israel verwenden. Daraus sollen eine oder mehrere Publikationen entstehen. (zäl)

www.edith-stein-kreis.de

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