Lesung im Alten Rathaus

Autor Fernando Aramburu stellte sein Werk "Langsame Jahre" in Göttingen vor

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Der spanische Autor Fernando Aramburu signiert nach seiner Lesung im Alten Rathaus seine Romane für die Göttinger Fans.

Der spanische Bestsellerautor Fernando Aramburu stellte im Alten Rathaus in Göttingen seinen Roman „Langsame Jahre“ vor. Bekannt wurde er mit "Patria".

International bekannt wurde Aramburu mit dem Vorgängerroman „Patria“ (2016). Die Göttinger Literaturwissenschaftlerin Friederike von Criegern moderierte die Veranstaltung, Jan Reinartz, Schauspieler am Jungen Theater in Göttingen, las einige Ausschnitte aus „Langsame Jahre“ vor.

Aramburu verbindet mehr mit Göttingen als die meisten Gäste gedacht hätten. „Göttingen war mein erster Wohnsitz in Deutschland“, sagt der Autor, der 1983 aus Saragossa, der Hauptstadt der Region Aragonien im Nordosten Spaniens, nach Deutschland kam.

In der Uni-Stadt heiratete er seine Frau und freute sich über die Geburt seiner ersten Tochter. Außerdem begann er, Deutsch in Südniedersachsen zu lernen. Obwohl er die Sprache inzwischen gut beherrscht, schreibt er nach wie vor auf Spanisch.

Roman ist im Juni erschienen

Im Juni ist sein Roman „Langsame Jahre“ auf Deutsch erschienen (Spanien 2012). Darin beschreibt er, wie die Geschehnisse, die in „Patria“ einzelne Familien und schließlich das ganze Land auseinanderbrechen lassen, ihren Anfang nehmen. In Spanien sind die beiden Bücher in umgekehrter Reihenfolge erschienen.

In „Langsame Jahre“ steht erneut der Konflikt um den Status des Baskenlands und seine Auswirkungen auf die dort lebende Bevölkerung. Dieses Mal spielen die Ereignisse jedoch früher, beginnend Ende der 1960er-Jahre unter der Diktatur Francos.

Die Handlung des Romans

1968 wird der achtjährige Txiki von seinen Eltern zu Verwandten geschickt, sie selbst können ihn nicht mehr ernähren. In der Stadt San Sebastián, am Golf von Biskaya, erwartet ihn eine typisch baskische Familie der sechziger Jahre: Tante Maripuy hat das Sagen, Onkel Vicente kriegt den Mund nicht auf. Cousine Mari Nieve und Cousin Julen suchen auf verschiedene Weisen neue Freiheiten, von denen die Eltern nichts wissen.

Der Achtjährige beobachtet mit den staunenden Augen eines Kindes, und sieht, wie mühevoll es ist, seinen eigenen Weg zu finden.

Besonderer Aufbau von "Langsame Jahre"

Das Besondere an dem Roman ist sein Aufbau. Er besteht aus zwei Ebenen. Rückblickend erzählt Txiki einem interessierten Autor namens Aramburu seine Geschichte. Unterbrochen werden seine Erinnerungen von sogenannten Notaten des Schriftstellers, in denen er sich Gedanken über Handlungsstränge und Figurenzeichnungen macht sowie das Gehörte hinterfragt. Die Ebenen sind ergänzende Puzzleteile einer für den Leser konstruierten Rohfassung eines Romans, geschrieben in leicht lesbarer, humorvoller Sprache.

Aramburu selbst las zwei Abschnitte auf Spanisch vor, Reinartz das erste Kapitel auf Deutsch und mehrere Notate. „Ich arbeite nicht mit der Wahrheit, sondern mit Menschen“, sagt Aramburu über die Entstehung des Romans. Für ihn stehen die Figuren und  die literarische Geschichte an erster Stelle, Wahrheiten gebe es viele. 

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