Autos einfach am Straßenrand ausleihen

YourCar: Car-Sharing-System soll im September an den Start gehen

Die beiden Macher: Boris Hillmann (links) und Andreas Behrens wollen ab September mit ihrem neuen Car-Sharing-Modell in Göttingen an den Start gehen. Foto: Schlegel

Göttingen. Wer bislang in Göttingen ein Auto ausgeliehen hat, der musste es wieder an einer festen Station abgeben. Ein neues Car-Sharing-System will dieses Manko lösen.

Man kann das Auto im Stadtgebiet einfach am Straßenrand mieten oder dann wieder stehen lassen.

Boris Hillmann und Andreas Behrens haben für das neue Modell, das im September an den Start gehen soll, die Firma „YourCar“ ins Leben gerufen. Sie stellten ihr Projekt jetzt im Bauausschuss vor. Die Grundidee: Beim Car-Sharing kann man auf das eigene Auto verzichten und bei Bedarf ohne große Formalitäten einen fahrbaren Untersatz bekommen. Bei den bisherigen Göttinger Anbietern muss man die Fahrzeuge aber an festen Punkten übernehmen und nach Gebrauch dort wieder abstellen.

Bei „YourCar“ wird das anders sein: Per Computer oder Smartphone-App bekommt man die Information, wo Autos am Straßenrand in Göttingen zum Mieten bereitstehen. Dann kann man buchen. Hintergrund: Die Fahrzeuge melden mit Hilfe der Satellitennavigation ihren Standort an die Zentrale.

Mit einer Zugangs-Karte und einem Code kann man dann losfahren und am Ende dann das Auto irgendwo im Stadtgebiet abstellen. Wer es außerhalb bestimmter Bereiche stehen lässt, muss dann allerdings Aufschlag zahlen. Schließlich muss das Fahrzeug wieder ins Kerngebiet zurückgeholt werden, damit die nächsten Kunden losfahren können.

Bislang gibt es solche Car-Sharing-Modelle praktisch nur in großen Metropolen – zum Beispiel in Berlin. Nun wollen die beiden Absolventen der Universität Göttingen diese Variante auch in Südniedersachsen salonfähig machen.

Für den Anfang sollen 32 Auto mit Erdgasantrieb an den Start gehen. Dazu ist eine Kooperation mit den Stadtwerken Göttingen vorgesehen. Außerdem wird ein Transporter im Angebot sein. In einem weiteren Schritt ist vorgesehen, die Fahrzeugflotte mit Biogas aus einer Anlage in der Region zu „betanken“.

Die Fahrzeuge werden oft in Parkscheinbereichen in Göttingen stehen. Deshalb wurde im Ausschuss über eine Regelung diskutiert, damit die Fahrzeuge dort ohne Parkschein stehen dürfen. Das wird über spezielle Ausnahmegenehmigungen möglich sein, für die die neue Firma natürlich bezahlen muss.

Die beiden Macher Hillmann und Behrens hoffen, dass sie Göttinger davon überzeugen können, vielleicht auf den Kauf eines eigenen Autos zu verzichten. Dann wäre das Modell aus ihrer Sicht ein Riesenerfolg, weil dann weniger Autos die Umwelt in Göttingen belasten.

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