Weddeler Schleife bei Braunschweig

Bahn beseitigt Engpass – Weniger Direkt-ICE von Göttingen nach Berlin

Zwei ICE-Züge begegnen sich bei Lehre auf der Bahn-Strecke zwischen Wolfsburg und Braunschweig. Nur an dieser Stelle ist die Strecke für einige hundert Meter zweigleisig gebaut. Jetzt hat der lange geforderte Ausbau begonnen.
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Zwei ICE-Züge begegnen sich bei Lehre auf der Bahn-Strecke zwischen Wolfsburg und Braunschweig. Nur an dieser Stelle ist die Strecke für einige hundert Meter zweigleisig gebaut. Jetzt hat der lange geforderte Ausbau begonnen.

Die Deutsche Bahn baut den Engpass bei Braunschweig aus. Dafür wird die Strecke Richtung Berlin zeitweise gesperrt - Reisende müssen mit Behinderungen rechnen.

Braunschweig/Wolfsburg/Göttingen – Die Weddeler Schleife zwischen Braunschweig und Wolfsburg ist eine der größten Engstellen im Fernverkehr der Deutschen Bahn: Der gut 20 Kilometer lange Abschnitt wird ab sofort zweigleisig ausgebaut. Das dauert gut zwei Jahre und gleich zu Beginn gibt es auch für Südniedersachsen erhebliche Behinderungen.

Damit die Arbeiten gut vorankommen, muss die Weddeler Schleife bis Samstag, 11. Dezember 2021, weitgehend gesperrt werden. Dadurch kommt es zu folgenden Behinderungen.

  • Für ICE-Züge zwischen Berlin und Basel/Schweiz (ICE Linie 12) gilt: Sie werden zwischen Göttingen und Wolfsburg umgeleitet. Dadurch entfallen die Halte in Hildesheim und Braunschweig.
  • Für ICE-Züge zwischen Berlin und Frankfurt-Flughafen (ICE Linie 13) gilt: Die zweistündlichen Züge dieser Linie entfallen weitgehend auf ihrem Gesamtlaufweg. Ausnahmen: Über Braunschweig Hbf/Hildesheim Hbf verkehren weiterhin ICE 1590 (Frankfurt-Flughafen Fernbahnhof ab 8.09 Uhr – Braunschweig Hbf an 10.58 Uhr) sowie ICE 1592 (Frankfurt-Flughafen Fernbahnhof ab 16.09 Uhr – Braunschweig Hbf ab 19.01 Uhr – Magdeburg Hbf – Berlin Hbf an 21.55 Uhr) sowie ICE 1593 (Braunschweig Hbf ab 12.59 Uhr – Frankfurt (M) Flughafen Fernbahnhof an 15.51 Uhr).
  • Reisende zwischen Göttingen und Hildesheim/Braunschweig müssen daher während der Sperrphase in der Regel umsteigen und auf Regionalzüge ausweichen.

Bis Ende 2023 sind mehr als 50 weitere Sperrpausen für die Weddeler Schleife bereits angemeldet. Auch einige Straßen entlang der Strecke müssen gesperrt werden.

Bahn baut Engstelle bei Braunschweig aus - Reisende müssen mit Behinderungen rechnen

Anfang der Woche fiel der Startschuss für das Ausbauprojekt, das 150 Millionen Euro kostet. Auf der Weddeler Schleife sind bereits jetzt 100 Züge täglich unterwegs – darunter die ICE, die von Kassel und Göttingen nach Berlin fahren. Aber auch viele Güter- und Regionalzüge benutzen diesen Abschnitt – und diese Pendlerzüge zwischen Braunschweig und Wolfsburg sollen künftig im 30-Minuten-Takt rollen, um den Straßenverkehr in Ostniedersachsen zu entlasten. Und dafür reicht die vorhandene Streckenkapazität nicht aus.

Schon in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu erheblichen Verspätungen, wenn Gegenzüge abgewartet werden mussten. Dadurch verpassen Reisende oft wichtige Anschlüsse, weil ihr Zug durch den Engpass wertvolle Minuten im Osten Niedersachsens verloren hat. Beim Bau der Schienenverbindung zwischen 1996 und 1998 war nur ein Gleis gebaut worden, obwohl damals der zweigleisige Ausbau schon genehmigt worden war. Deshalb kann das Projekt jetzt ohne größere Planungen umgesetzt werden.

Bereits vor einigen Jahren hatte die Bahn einen größeren Engpass bei Braunschweig beseitigt und einen 34 Kilometer langen Abschnitt zwischen Hildesheim und Groß Gleidingen für 140 Millionen Euro zweigleisig ausgebaut.

Danach hatte sich die Niedersächsische Landesregierung gemeinsam mit dem Volkswagen-Konzern immer wieder für das zweite Gleis für die Weddeler Schleife eingesetzt. Doch erst seit 2020 steht die Finanzierung durch Bund, Land, Regionalverband und Bahn. Und jetzt wird das Eisenbahnprojekt umgesetzt. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

Bereits im Sommer 2021 waren Pendler auf der ICE-Strecke Kassel und Göttingen geplagt - wegen Sanierungsarbeiten kam es zu erheblichen Behinderungen.

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