Wegen Bauarbeiten

Bahn streicht ICE-Halte in Göttingen für drei Monate

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Ein ICE bei der Einfahrt in den Bahnhof Göttingen: Die Bahn streicht ab 14. September für drei Monate insgesamt 13 Zughalte in der Uni-Stadt.

Damit die Bahn während der Bauarbeiten pünktlicher ankommt, werden ICE-Halte in Göttingen ab September gestrichen.

Weil es wegen der seit Mitte Juni laufenden Bauarbeiten auf der ICE-Strecke zwischen Göttingen und Hannover regelmäßig zu Verspätungen kommt, sollen ab dem 14. September die Fernzüge der ICE-Linie 22 auf der Strecke zwischen Hamburg und Stuttgart vorübergehend nicht mehr in Göttingen halten.

Insgesamt entfielen täglich sieben Zughalte in Richtung Süden und sechs Zughalte in Richtung Norden, teilte ein Bahnsprecher am Mittwoch mit. Die Züge verkehren alle zwei Stunden. Mit Beginn des Winterfahrplans am 15. Dezember sollen dann wieder alle Züge in der Universitätsstadt halten.

Die Bahn begründet den Wegfall der Zughalte damit, dass das Fahrplankonzept für die Sanierung der ICE-Strecke an ihre Grenzen gestoßen sei. Insbesondere die im Zwei-Stunden-Rhythmus fahrenden Züge der ICE-Linie 22 (Hamburg-Hannover-Göttingen-Frankfurt-Stuttgart) wiesen seit Beginn der Bauarbeiten eine überdurchschnittlich hohe Unpünktlichkeit auf, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. 

Umleitung für die Züge durch das Leinetal

Wegen der Sanierung ist die ICE-Strecke zwischen Hannover und Göttingen seit Mitte Juni komplett gesperrt, die Züge werden stattdessen auf die alte Strecke durch das Leinetal umgeleitet. „Bedingt durch die sehr kurzen Fahrzeiten im Bereich der Umleitungsstrecke bauen die Züge überdurchschnittlich Verspätungen auf“, erklärte Meyer-Lovis.

Die Stadt Göttingen bleibe mit den verbleibenden vier ICE- und IC-Abfahrten pro Stunde weiterhin sehr gut direkt an das Fernverkehrsnetz angebunden, so Bahnsprecher Meyer-Lovis.

Bei Stadt und Landkreis Göttingen stoßen die Pläne auf Kritik. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Landrat Bernhard Reuter haben die Bahn in einem Schreiben aufgefordert, die Entscheidung zu revidieren. 

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Kommentare

Ralf Boecker
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Eine Unverschämtheit der Bahn, diesen kurzen Zughalt in Göttingen zu streichen und den ICE durch den Bahnhof rauschen zu lassen, nur damit er aus der Statistik der Verspätungen verschwindet: Keine Minute schneller wird er dadurch insgesamt, wenn er wenige Kilometer weiter wieder im Rückstau der Baustellen-Umleitung festsitzt; siehe:
https://www.pro-bahn.de/nie...

Mit solch geradezu zynischer Fahrplan-Kosmetik nach Gutsherrenart, so wie zuletzt auch schon mit der Abschaffung des "Schöne-Wochenend-Tickets", setzt die Bahn völlig falsche Signale gegen die dringend notwendige Mobilitätswende: Nämlich mit attraktiverem Öffentlichen Verkehr zu günstigeren Preisen statt stetig wachsenden Auto-Blechlawinen zu Lasten von Umwelt und Klima.

Wird Zeit, dass die Kids von Fridays for Future diesem Dinosaurier einer verfehlten Verkehrspolitik samt zuständigem Minister in Berlin die Konsequenzen des Klimawandels eindringlich vor Augen führen !

planai52
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TJaa, die Deutsche Bahn macht es sich einfach.
Zu viele Verspätungen der Fernzüge? Ja dann passen wir mal die Zeiten an. Dann zählen nicht mehr 3 Min. als Verspätung sondern erst mehr als 6 Minuten als Verspätung. So etwas nennt man dann wohl Statistiken manipulieren. Oder man lässt wie jetzt Halte einfach ausfallen. Ich als Pendler und Bahncardinhaber nenne dies selbstherrlich und Kundenunfreundlich.

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