Bahnhof des Jahres: Fahrgastverband Pro Bahn zieht kritische Bilanz

Kritik von Pro Bahn: Inzwischen sind vor dem Bahnhof auch wieder zahlreiche Schrottfahrräder zu finden. Foto: Schlegel

Göttingen. Vor einem Jahr wurde Göttingen „Bahnhof des Jahres“. Der Fahrgastverband Pro Bahn zieht nun eine kritische Bilanz. Hintergrund: Am Dienstag wurde Dresden als neuer Titelträger gekürt. Gerd Aschoff, Vorsitzender des Pro Bahn-Regionalverbandes, hat bei seiner Kritik insbesondere den Bahnhofsvorplatz im Blick.

So haben aus seiner Sicht die Bemühungen der Stadt Göttingen, den Bahnhofsvorplatz von Schrottfahrrädern und anderem Unrat zu befreien, in letzter Zeit sichtlich nachgelassen. Aschoff mit Blick auf die geplante Aufstellung des Denkmal „Dem Landesvater seine Göttinger Sieben“ vor dem Bahnhof: „Bei der Stadt steht leider die Platzierung eines überdimensionierten Steinsockels vor dem Bahnhof höher im Kurs als die regelmäßige Pflege und Sauberhaltung des Bahnhofsplatzes.“

Aschoff forderte die Stadt erneut auf, ungenutzt vergammelnde Fahrräder konsequent zu entfernen, um den Fußgängern ungehinderte Laufwege zu ermöglichen. Aschoff erinnerte daran, dass die Jury vor einem Jahr die damals geordneten Verhältnisse lobend hervorgehoben hatte.

Kritisch sieht der Fahrgastverband Pro Bahn auch die Verschmutzung der Bahnsteige durch reichlich Taubendreck. Außerdem muss aus Sicht des Bahnexperten auch festgehalten werden, dass der von der Jury hoch gelobte Wurstautomat einer Harzer Fleischerei inzwischen demontiert wurde.

Thema Nachhaltigkeit

Bei der Vorstellung des neuen Bahnhofs des Jahres in Berlin versicherte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, mit Blick auf den Bahnhof Göttingen: „Qualitätssicherung ist für uns über den Tag hinaus ein wichtiges Thema.“ Er versprach, die Verantwortlichen an ihre Verantwortung zu erinnern. Die offizielle Titelverleihung in Dresden ist für Oktober geplant. (bsc)

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