Die Macher im Interview

Ballverliebt: Ein Göttinger Hit über die Liebe zum Fußball

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In der NDR-1-Hitparade: Babbas Project, das sind Michael Bertram (links) und Sebastian Kloppmann, freuen sich mit Känguru über den Erfolg von Lied und Video „Ballverliebt“. 

Michael Bertram und Sebastian Kloppmann haben einen Song gemacht über den „kleinen“ Fußball – und ein Video dazu: „Ballverliebt“. 

Das Gute-Laune-Lied wurde am Montag bei NDR 1 in den Top 15 gespielt. Ein Gespräch mit Sebastian Kloppmann über Musik, Fußball, Karrieren und lebensfrohe Video-Bilder.

Sie haben zum dritten Mal mit Michael Bertram einen Fußballsong gemacht. Fällt Ihnen denn gar nichts anderes ein? Oder ist Fußball einfach nur „das“ Ding – so hieß der Song zur Fußball-WM 2014 – Ihres Lebens?

Wir haben natürlich auch andere Ideen, aber die Thematik „Fußball“ gibt einfach sehr viel – auch in Bezug auf andere Lebensbereiche – her. So die Begeisterung von Menschen für Fußball, was ja im Video zu „Ballverliebt“ vielfältig zum Ausdruck kommt.

Bislang haben sie Fußballsongs- und -videos an Ereignisse im „Großen“ Fußball, wie Weltmeisterschaften, gekoppelt. Warum die Abkehr?

Der wahre Fußball lebt von seinen Akteuren, von denen, die mit Herz und Seele dabei sind. Insbesondere für viele der Millionen Amateurspielerinnen und -Spieler bietet dieser Sport körperliche Herausforderung, Hobby, Austausch, Freundschaft, Ablenkung, aber auch Erfolgserlebnisse und Teamgeist. Das Thema, und damit auch der Titel „Ballverliebt“, ist zeitlos und war schon früher, ist heute und wird auch in Zukunft sinnbildlich und stellvertretend für all diese verbindenden Aspekte stehen.

Begeistern Sie sich nicht mehr für den Profifußball?

Hin und wieder gucke ich mir noch ein Spiel der Bundesliga an. Aber mit Bedauern stelle ich fest, dass sich da schon sehr viel verändert hat, was wohl auch mit der starken Kommerzialisierung zusammenhängt. Das Erlebnis im Stadion ist heute deutlich anders als noch vor einigen Jahren, und ein Stadionbesuch macht nicht mehr so viel Spaß wie früher.

Der kleine Fußball der unteren Ligen im Vergleich dazu aber schon, wie auch die Videobilder zeigen...

Absolut. Große, kleine, alte, junge Fußballerinnen und Fußballer transportieren das in einer Ursprünglichkeit, die man bei Profis heute oft gar nicht mehr unverfälscht beobachten kann. Sie sind spontan, ehrlich, natürlich, vermitteln den Spaß und die Begeisterung für diesen wundervollen Sport, was selbst dann bestehen bleibt, wenn der gewünschte Erfolg einmal ausbleibt oder längere Zeit auf sich warten lässt. Das ist auch bei den Dreharbeiten sehr deutlich geworden.

Die Darsteller mussten also keine Rollen spielen...

Nein, die meisten nicht. Ich habe über Wochen die Spiele meiner IV. Mannschaft des SC Hainberg begleitet und Szenen aufgenommen, die ich dann den passenden Stellen im Lied zugeordnet habe. Erfreulich war für mich auch, dass die im Film dargestellten Gastspieler ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben haben. Aber es gab auch klare Rollen: So wie für ein Känguru, dass bei 35 Grad mächtig ins Schwitzen kam.

Sie greifen wieder auf Akteure Ihres Klubs, dem SC Hainberg, zurück...

Ja. Wir bilden die gesamte Vielfältigkeit und Buntheit des Vereins ab: Spielerinnen und Spieler aus der E, G- und B-Jugend, der ersten, drittenund vierten Mannschaft, männliche und weibliche Akteure – insgesamt mehr als 100 Personen – zeigen vielfältige Situationen, die im Zusammenhang mit der Gemeinschaft in einem Verein er- und gelebt werden und visualisieren so das, was in dem Lied besungen wird.

Erzählt der Text nicht auch ihre Geschichte. Im Refrain heißt es „ba-, ba-, ballverliebt“ – sie tragen den Spitznamen „Babba“?

Ja, es ein Stück weit die durchaus mit einem Augenzwinkern erzählte Aufarbeitung meiner eigenen – bescheidenen – fußballerischen Karriere. Ich stehe bei den Spielen meiner Mannschaft des SCH häufig am Spielfeldrand und warte auf meine Einwechslung – beim sicheren Spielstand von 4:0. (lacht)

Sie als Fußballer stehen also auch für die alltägliche Freude und Enttäuschung.

So ist es. Mit Babbas Project visualisieren wir eine musikalische Idee, die Michael Bertram und ich professionell umsetzen – und erzählen dabei auch eine Geschichte.

Wie enstand „Ballverliebt?“

Als ich am Keyboard eine Melodie spielte, die meiner Frau gefiel – und dann war auch fix die Idee für den Text da. Mit Michael Bertram, er ist Musikpädagoge, Musiker und Produzent, ging es in seinem Musikstudio an die Weiterentwicklung und den Feinschliff. Michael ist auch der Sänger von Babbas Project.

Mit dem 2014er-WM-Song „Das Ding“ haben sie beachtliche Klickzahlen auf YouTube – was erhoffen Sie sich von „Ballverliebt“?

Wir hoffen, dass es möglichst viele Sportbegeisterte erreicht und erfreut. Natürlich kann niemand etwas dagegen haben, wenn eine kreative-künstlerische Leistung honoriert und anerkannt wird, aber das „Honorar“ für dieses Video gab es eigentlich schon durch die super Zusammenarbeit mit Michael, sowie durch die vielfältigen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Personen aus meinem Verein, die schönen Momente während der Drehs und die spürbare Lust der Akteure mit dabei sein zu wollen – das war schon klasse.

Montag war „Ballverliebt“ in der Hitparade von NDR 1 in den Top 15 als Neuvorstellung zu hören. Was erwarten Sie sich davon?

Es ist schon großartig und toll, dass es dort gespielt wurde. Ich erwartet eigentlich nichts, nur, dass „Ballverliebt“ einigen Hörern wirklich gefällt und sie deshalb für uns voten – ehrlich abstimmen sozusagen.

Zur Person: Sebastian Kloppmann

Sebastian Kloppmann (57) ist im Hauptberuf Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) in Göttingen. Er lebt seit 47 Jahren in Göttingen und ist seit mehr als 20 Jahren Mitglied des SC Hainberg. 

Kloppmann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Hobbys sind: Sport generell, speziell Fußball und Golf, dazu Lesen und Musik sowie Freunde treffen.

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