Streaming-Einnahmen als Spende

Band Flooot unterstützt mit Musikvideo drei Göttinger Live-Clubs

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Musikvideo: Die Flooot-Bandmitglieder spielten in ihren Wohnungen. Daraus entstand ein besonderer Remix. Mit dem Erlös sollen die Göttinger Clubs unterstützt werden.

Göttingen – Eine besondere musikalische Unterstützung gibt es für mehrere Göttinger Live-Clubs, die unter der Corona-Krise leiden.

Dazu hat die Göttinger Band Flooot innerhalb einer Woche einen Song mit Musikvideo produziert. Die Streaming-Einnahmen des Remix von „Meine Bude“ wollen die Musiker an die Clubs Nörgelbuff, Exil und Musa spenden.

„Die Corona-Maßnahmen treffen die Orte, an denen in Göttingen normalerweise täglich Kultur und Live-Musik stattfinden mitten ins Herz“, macht Bandmitglied Phillip Holländer deutlich.

Viele Plattformen

Um auf die finanzielle Notlage der Clubs aufmerksam zu machen, sei dies die einzige Möglichkeit, wie sich die Band momentan für die Einrichtungen einsetzen könne. Durch die Einnahmen auf Spotify, Apple-Music und anderen Streaming-Plattformen hofft Flooot auf viel Unterstützung. Die Nutzer können durch das Anhören des Songs mitmachen und so spenden.

Seitdem Veranstaltungsorte zur Eindämmung der Corona-Verbreitung geschlossen bleiben müssen, bestimmt ein Thema deren Arbeit: „Wir waren die letzte Woche eigentlich nur damit beschäftigt, Konzerte abzusagen, oder im besten Fall zu verschieben“, sagt Johannes Förster vom Nörgelbuff.

Die Auswirkungen auf die Göttinger Clublandschaft durch die Krise könne er bisher nur erahnen, macht Förster deutlich. In den sozialen Medien wurde deshalb eigens ein digitales Alternativprogramm für das Nörgelbuff entwickelt.

Keine Einnahmen

Die Einnahmen aus Kartenverkäufen und Getränkeausschank bleiben aber weiterhin auf unabsehbare Zeit aus. „Wir sind auf die Hilfe aus der Politik, aber auch von den Göttingern persönlich angewiesen“, meint Förster. Ein Spendenkonto, über das schon einige Spenden gekommen seien, lässt den Veranstalter hoffen. „Wir freuen uns über die große Solidarität“.

Auch das Exil wurde von der Corona-Krise hart getroffen. „Ich bewege mich schon seit einer Woche abwechselnd zwischen Verzweiflung und Rührung über die Welle an Freundschaft, die uns auf allen Kanälen erreicht“, erzählt Inhaberin Bea Roth. Wie es weitergehen soll, sei für sie ungewiss. Für ihren Mitarbeiter hat sie Kurzarbeit beantragt. Doch wie bei den meisten nicht-institutionell-geförderten Kulturbetrieben, gibt es auch im Exil keine Rücklagen, erklärt Roth. Die Krise trifft den Club genau in vier der umsatzstärksten Wochen des Jahres mit insgesamt 33 geplanten Veranstaltungen.

Die Band Flooot, die durch ihren Göttingen-Song bekannt wurde, möchte neben dem Nörgelbuff und Exil auch die Musa unterstützen. „Das sind die Läden, in denen wir groß geworden sind, quasi unsere Kinderzimmer. Jeder kann mithelfen, dass hier auch in Zukunft ein buntes Kulturprogramm geboten werden kann“, sagt Phillip Holländer, der auch zu direkten Spenden an die Clubs aufruft.

Aktueller Soundtrack

Mit dem Song „Meine Bude“ will die Band auch einen Soundtrack zur aktuellen Lebenssituation vieler Göttinger liefern: Eine Ode an die eigenen vier Wände.

Das Musikvideo ist in den Wohnungen der Bandmitglieder entstanden und unter zu.hna.de/flooot0320 auf YouTube abrufbar.

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