Stabile Geschäftslage bei Göttinger Unternehmern

Bankenstudie: Positive Entwicklung 2017, aber zu wenig Fachkräfte

Göttingen. Göttinger Unternehmer erlebten die wirtschaftliche Entwicklung 2017 deutlich positiver als im Jahr zuvor. Das geht aus einer bundesweiten Studie hervor, die von der Commerzbank in Auftrag gegeben wurde und bei der auch 100 Unternehmer aus Stadt und Landkreis Göttingen befragt wurden.

Zu den Befragten gehörten Unternehmerkunden aller Banken mit einem jährlichen Umsatz bis zu 15 Millionen Euro, darunter Freiberufler, Handwerker und Gewerbetreibende. Mit der Studie, die im vierten Jahr in Folge erschien, sollen Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung, zum Innovationsklima, zur Digitalisierung sowie zum Thema Finanzierung und Zahlungsverkehr gewonnen werden.

„36 Prozent der Unternehmer bewerten die Auftragslage in der Region besser als vor sechs Monaten“, sagt Christian Oelkers, Leiter Geschäftskundenberatung bei der Commerzbank-Niederlassung Göttingen. Auch die Geschäftslage im eigenen Betrieb werde von 52 Prozent der Befragten als stabil bezeichnet. Oelkers: „Größtes Hindernis für mehr Innovation stellt laut der Studie fehlende Fachkräfte dar.“

„Keine geeigneten Fachkräfte zu finden bleibt damit das mit Abstand größte Risiko für die Göttinger Unternehmer“, ergänzt Niederlassungsleiter Bernd Korte. Folgerichtig würden 82 Prozent der Befragten von der Bundesregierung Verbesserungen bei der Bildungspolitik erwarten. „Ganz oben steht zudem die Forderung nach einer Steuerreform, insbesondere nach steuerlichen Entlastungen für kleine und mittlere Betriebe“, betont Korte.

Was die Situation ihrer eigenen Branchen angeht, beurteilen 78 Prozent der Befragten diese als sehr gut oder zumindest stabil. „Bei gut einem Drittel war die Auftragslage während der Befragung Mitte vergangenen Jahres noch besser als sechs Monate zuvor“, sagt Christian Oelkers. Auch für das laufende Jahr seien die Göttinger Unternehmer wieder optimistisch. „38 Prozent erwarten für 2018 eine weitere positive Wirtschaftsentwicklung.“ Damit sei die Zahl der Optimisten im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben.

Eine Herausforderung für kleine und mittlere Unternehmer bleibt laut der Studie die Digitalisierung. „Rund zwei Drittel bieten bislang gar keine Leistungen digital an“, sagt Bernd Korte. Digitale Lösungen würden vor allem in der Zusammenarbeit mit Lieferanten und Endkonsumenten genutzt. „Meist vorsichtig“ bezeichnete der Niederlassungsleiter das Verhalten der Göttinger Unternehmer bei der Finanzierung anstehender Investitionen. „Über die Hälfte wird weiterhin aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanziert“, sagt er. Nur ein Zehntel der Gesamtinvestitionen werde dagegen – trotz niedriger Zinsen – über Kredite finanziert. „Da gibt es aus Sicht der Banken also noch deutliches Entwicklungspotenzial“, meint Korte.

Rubriklistenbild: © Schröter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.