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Felix-Klein-Gymnasium geht neue Wege zur Gewinnung von Nachwuchstrainern

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Von: Melanie Zimmermann

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Gruppenfoto Sporttheorie-Kurs FKG.
Den Grundstein für weitere Lizenzen erfolgreich gelegt: Die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs des FKG sowie des Solling-Internats Holzminden halten ihre Zertifikate in den Händen. © Felix-Klein-Gymnasium

Im Sport fehlt es an Trainern und Übungsleitern. Das Felix-Klein-Gymnasium hat nun ein Pilotprojekt zur Trainer-Nachwuchs-Gewinnung gestartet.

Göttingen – Qualifizierte Nachwuchstrainerinnen und-trainer sind in vielen Sportarten rar gesät. Damit es auch in den kommenden Jahren Menschen gibt, die andere sportlich anleiten und trainieren können, Bedarf es an neuen Konzepten. Wie ein solcher neuer Weg zur Nachwuchsgewinnung aussehen kann, demonstrierte nun das Felix-Klein-Gymnasium (FKG) in Kooperation mit Basketball-Bundesligist BG Göttingen und dem Deutschen Basketball Bund (DBB).

Bei dem deutschlandweit einzigartigen Pilotprojekt hatte der Sport-Theoriekurs des 11. Jahrgangs des FKG gemeinsam mit einer kleinen Schülergruppe des Solling-Internats Holzminden, durch die Förderung DBB die Möglichkeit, das sogenannte Minitrainer-Zertifikat zu erlangen.

Nachwuchs-Trainer: Deutscher Basketball Bund fördert das Pilotprojekt

Bevor es für die Schüler von Sportlehrer Sebastian Frank an den Praxisteil ging, stand eine Online-Lernphase an. Die einzelnen Module mussten eigenständig absolviert werden. „Die vollständige Bearbeitung der einzelnen Module wurde vom DBB kontrolliert. Nur wer alle abgeschlossen hatte, durfte dann an einem Projekttag die notwendigen Praxis-Lerneinheiten absolvieren“, erklärt BG-Jugendtrainer Andreas Scheede, der mit dem FKG das Projekt ausgearbeitet und beim DBB eingereicht hat.

Der Praxistag fand unter Profibedingungen – im Sartorius Basketball Lab – statt. Dort wurde den Schülern von Andreas Scheede und FKG-Lehrer und Basketballtrainer Martin Lindemeier ein buntes Programm an Möglichkeiten vorgestellt. Im Mittelpunkt stand derspielerische Zugang, das Ausprobieren verschiedener Spiele sorgte für Spaß und einen schweißtreibenden Tag in der Halle. Aber auch das theoretische Auseinandersetzen mit der neuen Rolle als Trainer nahm in Theorieblöcken eine prominente Rolle ein.

„Es war fantastisch, wie die Schüler das Projekt angenommen haben und sich mit unserer Sportart auseinandergesetzt haben, auch wenn sie eigentlich aus ganz anderen Bereichen kommen,“ zeigte sich Andreas Scheede begeistert.

Auch FKG-Sportlehrer Sebastian Frank zieht ein positives Fazit: „Das ist für unseren Kurs eine tolle Gelegenheit über den Tellerrand zu schauen und so vielleicht einen Weg in die Vereine zu finden.“ Denn auf dem Weg zum Trainer stellt das Zertifikat, dass alle Schülerinnen und Schüler am Ende überreicht bekamen, nur den Anfang dar. „Das Minitrainer bildet die Grundlage für weitere Qualifizierungen“, so Andreas Scheede. Die absolvierten Lerneinheiten können nun auf Übungsleiterausbildungen in verschiedenen Sportarten angerechnet werden.

Ziel für die Zukunft: Mit dem Abiturzeugnis auch die Trainer-C-Lizenz

Scheede blickt als Initiator dieses Pilotprojekts bereits in die Zukunft. „Wir werden das weiter ausbauen, die Begeisterung der Jugendlichen müssen wir unbedingt erhalten und ihnen Chancen geben, diese an Kinder weiterzugeben.“ Nächste Schritte dazu sind bereits in Planung.

So soll für die Schüler, die Interesse an einem Basketball-Übungsleiterschein haben, zeitnah eine entsprechende Qualifizierung angeboten werden, erklärt Sportlehrer Sebastian Frank. „Das ganz große Ziel ist es, den Schülern des Sporttheorie-Kurses mit ihrem Abiturzeugnis auch eine Trainer C-Lizenz zu überreichen“, sagt Frank. (mzi)

Förderung durch den DBB und der easyCredit Basketball Bundesliga

Das Pilotprojekt des FKG und der BG Göttingen wird finanziell komplett gefördert vom Deutschen Basketball Bund (DBB) sowie der easyCredit Baskeball Bundesliga. „Das Pilotprojekt ist auf mehrere Jahre angelegt, dafür haben wir 10 000 Euro Fördermittel vom DBB und der BBL bekommen“, so BG-Jugendtrainer Andreas Scheede. Das Geld soll dabei auch für die Ausstattung der Nachwuchs-Übungsleiter genutzt werden, erklärt Scheede weiter. „Das können zum Beispiel einheitliche Trainer-Shirts sein, die die Jugendlichen dann tragen, wenn sie eingesetzt werden.“

Letztlich geht es bei dem Projekt um Übungsleiter-Qualifizierung und um Synergieeffekte im Rahmen der Nachwuchsgewinnung: Sportaffine Schüler bekommen im Rahmen des schulischen Sportangebots ein (außerschulisches) Sportzertifikat.

„Wir wollen die Hürde zu Übungsleiterlizenzen und zum ehrenamtlichen Engagement verringern. Man könnte auch sagen: „Gemeinsam für den Sport(trainer)nachwuchs“, sagt Scheede, der bereits Anfragen von weiteren interessierten Schulen zu dem Projekt erhalten hat. (mzi)

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