Fund vom Archäologenteam aus Göttingen hält Großprojekt von Tennet auf

Bauarbeiter finden Mammut-Stoßzahn in der Gemeinde Bockenem

Ein Mammut-Stoßzahn
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Der Stoßzahn lag in zweieinhalb Metern Tiefe im Landkreis Hildesheim in der Gemeinde Bockenem.

Es ist ein Sensationsfund: Bei Grabungen für einen Masten für die Stromtrasse Wahle-Mecklar sind Bauarbeiter im Landkreis Hildesheim in der Gemeinde Bockenem auf den Stoßzahn eines Mammuts gestoßen. Das bestätigte der Netzbetreiber Tennet.

Bockenem/Göttingen – Mit einer Gesamtlänge von rund 230 Kilometern ist die neue Höchstspannungsleitung vom niedersächsischen Wahle im Landkreis Peine ins nordhessische Mecklar eines der größten Projekte von Tennet im Land. Dort wird mit 750 Metern auch die längste Bohrung für die Erdkabelleitung durchgeführt. Der archäologische Sensationsfund sorge nun dafür, dass das Infrastruktur-Großprojekt buchstäblich zu einem „Mammut-Projekt“ wird, heißt es in einer Mitteilung von Tennet.

Der etwa 80 Zentimeter lange Stoßzahn gehörte wahrscheinlich einem Wollhaar-Mammut, das in seiner Größe heutigen Elefanten entspricht. Weitere Überreste des Mammuts oder sogar Spuren eiszeitlicher Jäger konnten die Grabungstechniker nicht nachweisen.

Mammuts sind Tiere der Eiszeit, die in der Kältesteppe südlich der Gletscherlinien verbreitet waren. Ihr Lebensraum erstreckte sich vom westlichen Europa über Sibirien bis nach Alaska. In Europa verschwanden die Mammuts mit dem Rückgang der Gletscher, der für Steppentiere ungünstigen zunehmenden Bewaldung sowie zunehmender Bejagung vor etwa 12 000 Jahren. Der gefundene Stoßzahn konnte bisher noch nicht genau datiert werden. Aufschluss über das Alter wird möglicherweise auch die Bodenkundliche Baubegleitung geben können, die die Bodenschicht genauer bestimmen kann.

Ein Archäologenteam aus Göttingen begleitet seit Baubeginn auf der gesamten Leitungstrasse die Arbeiten, um archäologisch relevante Spuren im Boden zu erfassen. Bisher kamen bereits 2500 Jahre alte Siedlungsreste, eine Nadel aus der Bronzezeit, eine Siedlung aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten der römischen Kaiserzeit und Flurgrenzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert zutage.

Kürzlich wurde dann bei Ausschachtungen für ein Mastfundament in zweieinhalb Metern Tiefe der Stoßzahn des Mammuts gefunden. Das niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege bereitet den Mammut-Stoßzahn aktuell für eine Restauration auf.  (Carolin Eberth)

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