Göttingen: Bauen, so lange das Geld reicht

Universitätsmedizin Göttingen: Neubau der Krankenversorgung in Schritten

„Altbau“ aus den 70er-Jahren: Das Hauptgebäude der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Es muss wahrscheinlich noch länger als vorgesehen genutzt werden.
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„Altbau“ aus den 70er-Jahren: Das Hauptgebäude der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Es muss wahrscheinlich noch länger als vorgesehen genutzt werden.

Der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages hat dem aktualisierten Masterplan und der baulichen Entwicklungsplanung der Universitätsmedizin für den Neubau zugestimmt.

Hannover/Göttingen – Es gab aber keine Abstimmung, sondern nur eine Kenntnisnahme. Damit, so die Göttinger Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD), sei ein wichtiger Meilenstein gesetzt worden.

Masterplan und bauliche Entwicklungsplanung sind wichtig, damit das Geld aus dem vom Land für die Uni-Klinik Neubauten in Hannover und Göttingen angelegten Sondervermögen abgerufen werden kann. Zuvor hatte die vom Land installierte Dachgesellschaft Bauvorhaben Hochschulmedizin Niedersachsen (DBHN) ein positives Votum zur Entwicklungsplanung inklusive der Gesamtfinanzplanung der Krankenversorgung abgegeben.

Die DBHN hatte zuvor die Planung moniert und die Vergabe gestoppt – was zu Kritik und vor allem zu einem weiteren Aufschub des Baustarts geführt hatte. „Durch die gestoppte Vergabe von Baustufe 1 an einen Generalunternehmer ist wertvolle Zeit verloren gegangen“, sagt Andretta, die dieses Vorgehen der Dachgesellschaft und des Wissenschaftsministeriums sofort kritisiert hatte.

Dass die Verzögerungen teilweise noch aufgeholt werden könnte, hofft der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler und fordert, dass die „Gründung der Baugesellschaft zügig abgeschlossen wird.“

Zunächst sollen laut aktualisierter Planung nur drei von sieben Stufen der Krankenversorgungsneubauten entstehen. Damit wäre die gut eine Milliarde Euro, die für die UMG im Sondervermögen bislang vorgesehen ist, verbraucht. Die weitere Finanzierung ist noch nicht – auch nicht über das Sondervermögen – abgesichert und offen.

Die Zustimmung im Ausschuss aber sei laut Andretta dennoch wichtig, um bald beginnen zu können. „Der Weg ist jetzt endlich frei, um zügig mit der Planung zu beginnen und die erste Baustufe mit Bettenhaus und Zentral- OP, Herz-, Neuro- und Notfallzentrum in Angriff zu nehmen“. Für die UMG und die medizinische Versorgung in der Region sei ein schneller Neubau von existenzieller Bedeutung.

Problem der Häppchenbauweise: Bis zur Fertigstellung des Neubaus muss das alte Hauptgebäude, das ein immenser Kostenfresser ist, in Betrieb bleiben. Das verschlingt jährlich etwa bis zu 20 Millionen Euro nur für die Instandhaltung/Modernisierung. Die dafür notwendigen Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen werden für die nächsten Jahre laut Plan mit 126 Millionen Euro beziffert.

Diese Mittel stehen noch nicht bereit, müssen zusätzlich vom Land zur Verfügung gestellt werden. Laut Plan könnte das Gebäude noch etwa 15 Jahre notwendig werden. Wie die genannten Kosten dann allerdings ausreichen sollen, ist nicht bekannt.

Überschwänglich beurteilt der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Ehrbrecht den Vorgang: „Die großartige Zusammenarbeit und das zielstrebige Voranschreiten aller Beteiligten zeigt die gute und straffe Organisation dieses Vorhabens.“ (Thomas Kopietz)

Planung Neubau Universitätsmedizin Göttingen – 1-Milliarde-Plan

Die Universitätsmedizin (UMG) hat der Landesregierung im April einen erneut geänderten Masterplan zum Neubau vorgelegt. Enthalten ist auch ein „1-Milliarden-Projekt“, das sich an der im Sondervermögen des Landes für die UMG bis jetzt verfügbaren Summe orientiert.

Dieser Plan im Plan soll eine schnelle Realisierung eines Teils des gesamten UMG-Neubaus ermöglichen und besonders notwendige Bereiche betreffen – die Bauteile 1, 2 und 5. Da ist zunächst der Bereich Notfall mit dem Operationszentrum, dem Herz-, Neuro- und Notfallzentrum (Teil 1), dem bildgebenden Diagsnostikzentrum (Teil 2) sowie der bereich „Eltern-Kind-Zentrum und operatives Kinderzentrum“ inkl. ambulanten OP´s.

Das ebenfalls in der Krankenversorgungsspange vorgesehene onkologische Zentrum, das Ambulanz-Zentrum, das Zentrum auch für HNO-Medizin und Augenheilkunde sowie das Labordiagnostik-Zentrum sind in dem „1-Millarden-Projekt“ noch nicht vorgesehen. Ebenso alle weiteren Neubauten. Der Bettenhaus-1-Neubau ist finanziell abgedeckt.

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