Ausschuss stimmte gegen Projekt

SPD scheitert erneut: Klare Mehrheit gegen Baugebiet am Bismarckstein in Göttingen

Naherholung in der Nähe des Bismarcksteins in Göttingens Nordosten: Dort sollten laut Plan der SPD Wohnungprojekte gebaut werden. Der Plan scheiterte im Bauausschuss.
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Naherholung in der Nähe des Bismarcksteins statt großes Wohnungsbauprojekt: Im Bauausschuss der Stadt scheiterte die SPD erneut mit dem Plan, dort über Investoren bauen zu lassen.. Archivfoto: Thomas Kopietz

Aus dem umstrittenen Baugebiet Bismarckstein in Göttingens Nord-Osten wird nichts. Der Bauausschuss der Stadt entschied sich in seiner Sitzung am Donnerstag klar dagegen.

Göttingen - Manchmal hilft auch das Wiederaufwärmen nichts: Die SPD ist mit ihrem Vorhaben für ein Wohnbaugebiet am Bismarckstein im Nordosten der Stadt im Bauausschuss klar gescheitert - zum zweiten Mal nach 2016. Mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen wurde der Plan verworfen.

Damals hatte sich der SPD-Fraktion ebenfalls die geballte Mehrheit aus Opposition und Grünen entgegengestellt, das Projekt Wohngebiet am Bismarckstein abgelehnt. Viele Anwohner hatten sich damals für ein Aus, insbesondere mit Unterschriftensammlungen, eingesetzt. Sie hatten argumentiert, dass mit der Bebauung ein wichtiges Naherholungsgebiet wegfallen würde. Auch sahen sie eine Erschließung und den Anschluss per Straße durch den Wald und für ein Wohngebiet kritisch, ebenso die Absichten möglicher Investoren.

Kein Wunder, dass die Sozialdemokraten nun ins Messer der Kritiker liefen: Rolf Becker kritisierte für die Grünen, die bereits 2016 auf den Wert als Erholungs- und Landschaftsschutzgebiet hingewiesen hatten, dass mit dem Baugebiet angeblich bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden solle. Stattdessen geht es aus Beckers Sicht aber darum, Investoren zum Zug kommen zu lassen, die vor allem Wohnraum für Wohlhabende schaffen wollten. „Die soziale Frage wird nicht am Bismarckstein gelöst“, ergänzte Felicitas Oldenburg für die FDP-Fraktion.

Zudem seien Alternativen vorhanden: Aus Sicht mehrerer Ausschussmitglieder böte der Göttinger Flächennutzungsplan zahlreiche andere Möglichkeiten, entsprechende Baugebiete zu entwickeln.

Erneut wurde im Bauausschuss auf die Bedeutung des Gebiets Bismarckstein als „naturnahe Erholungsfläche“ hingewiesen, die erhalten werden müsse. Ein Argument, dass sich seit Beginn der Corona-Pandemie noch einmal verstärkt hat, denn die Zahl der Spaziergänger und Wanderer in dem Bereich haben stark zugenommen - zumal die Wege von hier auch Richtung Nikolausberg, nach Herberhausen und zum beliebten Ausflugsziel „Kehr“ mit Kerstlingeröder Feld führen.

Auch Umweltverbände wie die Biologische Schutzgemeinschaft und die BUND Kreisgruppe hatten sich 2016 gegen das Projekt ausgesprochen.

Ebenfalls vom Planungstisch ist ein weiteres Baugebiet: der „Helmsgrund“ im Süden der Stadt. Der Ortsrat Geismar hatte sich zuvor dagegen ausgesprochen und eine Alternativfläche vorgeschlagen.

Die Sozialdemokraten sind nach der Entscheidung im Bauausschuss enttäuscht: „Unser Ziel war es, wenigstens einen Überblick zu bekommen, welcher Wohnraum überhaupt auf den Flächen am Bismarckstein und Helmsgrund zum Beispiel für Familien entstehen könnten“, erläuterte Tom Wedrins den Vorstoß der SPD. (Thomas Kopietz/Bernd Schlegel)

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