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Bauklettermeisterschaft: In 20 Sekunden auf 14 Meter Höhe

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Von: Stefan Rampfel

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Bei der Baumklettermeisterschaft im Göttinger Levinpark waren die richtige Technik und Kraft gefragt. Der Wettbewerb wurde von Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) usgerichtet.
Bei der Baumklettermeisterschaft im Göttinger Levinpark waren die richtige Technik und Kraft gefragt. Der Wettbewerb wurde von Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) ausgerichtet. © Stefan Rampfel

Erstmals gab es in Göttingen eine Bauklettermeisterschaft. Sie wurde von Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst ausgerichtet.

Göttingen – Die richtige Baumklettertechnik, aber auch Sicherheit, Schnelligkeit und Effizienz – das benötigten die 14 Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), die an der ersten Baumklettermeisterschaft der Hochschule teilnahmen.

Der Wettbewerb fand im Levinpark in der Göttinger Weststadt statt – ausgerichtet von den Studierenden des Bachelor-Studienganges „Arboristik“ an der HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement.

Baumklettermeisterschaft in Göttingen: Arbeitsalltag für Arboristik-Absolvierende

Unter den etwa 90 Studierenden gibt es eine enthusiastische Kletterszene – nicht ohne triftigen Grund, denn auch das Pflegen direkt in der Baumkrone gehört häufig zum Arbeitsalltag von Arboristik-Absolvierenden.

Als Kulisse des Wettbewerbs dienten zwei Rotbuchen (Rettungsübung und Arbeitsparcours), ein Ahorn (Wurfstation) und eine Esche (Aufstiegsstation). Bei der Rettungsübung wurde die Rettung eines „verletzten“ Baumkletterer simuliert. Dabei musste der „Verletzte“ in das Klettersystem übernommen und gemeinsam zu Boden gebracht werden. „Bei der Wurfstation musste man das Kletterseil so hoch wie möglich in den Baum einwerfen“, erklärt Thomas Zettl, Arboristik-Student im dritten Semester. „Je höher die getroffene Astgabel lag, desto mehr Punkte gab es.“

Baumklettermeisterschaft in Göttingen: Schnelligkeit war gefragt

Bei der dritten Station galt es, an einem Seil so schnell wie möglich 14 Meter in den Baum aufzusteigen. Die schnellsten Kletterer haben dies in rund 20 Sekunden geschafft. Dabei, so Zettl, sei nicht nur Kraft, sondern auch Technik gefragt.

An der letzten Station stand das Arbeitsklettern auf dem Programm. Dabei mussten im Baum vier Positionen angegangen werden. Das zielgenaue Treffen von zwei Hölzern in eine Tonne war dabei genauso gefragt, wie ein Astlauf, bei dem sich der Ast nicht zu weit nach unten neigen durfte. Teilnehmer Robin Mayr sagte, dass es auf den Ästen im Baum ein wenig rutschig war, weil es geregnet hatte. Dennoch kam er am Ende auf eine gute Zeit von rund viereinhalb Minuten. „Damit bin ich zufrieden.“

Baumklettermeisterschaft in Göttingen: Parcours in vier Minuten geschafft

Auch Student und Landschaftsgärtner Felix Funke hatte den Parcours in unter vier Minuten geschafft. „Ich mache das schon viele Jahre und bin bei der deutschen Meisterschaft schon mal Dritter geworden“, so Funke. „Das erste Mal im Baum hing ich mit sechs Jahren.“ Wenig verwunderlich, dass er am Ende des Wettbewerbs den zweiten Platz belegt hat. Auf Platz eins kam Florian Bäron, Rang drei ging an Robin Mayr.

„Das Baumklettern ist keine Pflicht im Studiengang, aber ein attraktives Zusatzangebot für unsere Studierenden“, sagte Steffen Rust, Professor für Baumkontrolle und Baumpflege an der HAWK. Viele würden das Zertifikat bereits mitbringen, andere „werden bei uns mit dem Virus Baumklettern infiziert“.

Baumklettermeisterschaft in Göttingen: Untersuchungen vor dem Wettbewerb

Übrigens: Alle vier Bäume im Levinpark wurden vor dem Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Stadt Göttingen artenschutzrechtlich untersucht. So war sichergestellt, dass sich auch keine Vogelnester in den Bäumen befinden. (Stefan Rampfel)

Hintergrund: Bachelor-Studiengang Arboristik an der HAWK

Göttingen ist der einzige Ort in Deutschland, an dem der Bachelor-Studiengang Arboristik angeboten wird.

In dem Studiengang geht es um den Schutz, die Pflege und die nachhaltige Entwicklung von Gehölzen und Einzelbäumen, deren Standorte sich im städtischen Gebiet liegen. Inhalte des Studiums sind beispielsweise Stadtbaummanagement, Baumkontrolle und Verkehrssicherheit, Stadt- und Landschaftsplanung, Wirtschaftswissenschaften, Fachrecht sowie Kommunikation und Personalführung.

Arboristen arbeiten später in Planungs- und Sachverständigenbüros, in Baumpflegeunternehmen, in Grünflächen-Naturschutzämtern oder in Garten- und Landschaftsbaubetrieben. Die Göttinger HAWK-Absolventinnen und -absolventen sind daher auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Weitere Infos gibt es hier. (ysr)

Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst forschen in Göttingen an vielen Projekten. So wurde erst kürzlich ein neuer Elektro-Rennwagen vorgestellt.

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