Sitzung des Bauausschusses

Bebauung des IWF-Geländes in Göttingen: Einwände füllen vier Ordner

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Hier sollen Wohnungen entstehen: Das Gelände des ehemaligen Instituts für den Wissenschaftlichen Film (IWF) am Nonnenstieg in Göttingen soll bebaut werden.

Göttingen. Die Bebauung des Geländes des ehemaligen Institutes für den Wissenschaftlichen Film am Göttinger Nonnenstieg ist umstritten. Zu 222 verschiedenen Themen sind Einwände bei der Stadt eingegangen.

Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Bauaussschusses bekannt. Eine so hohe Bürgerbeteiligung wie zur Auslegung des Bebauungsplans „Südlich Nonnenstieg“ habe es in Göttingen noch nie gegeben, stellte ein Sprecher der Bürgerinitiative Pro Nonnenstieg fest.

Ein Planer, der im Auftrag der Stadt die Kritikpunkte bearbeitet, stellte die Themenbereiche mit den Einwänden, die in vier dicken Ordnern zu finden sind, vor. Auf dem Gelände sollen Wohnungen in mehrstöckigen Häusern entstehen. Doch es gibt Kritik, auch wegen der möglichen Lärmbelastung durch den Neubau. Dies werde aber durch das Schallgutachten widerlegt, sagt der Planer.

Wohnraumbedarf

Doch es gibt auch kuriose Einwände gegen das Vorhaben: So wird bezweifelt, ob denn der Neubau von Wohnungen überhaupt notwendig sei. Das Gegenargument ist hinlänglich bekannt. Schließlich gibt es großen Bedarf an Wohnraum in Göttingen.

Inhaltlich ins Detail ging es bei der ersten Vorstellung der Einwände allerdings noch nicht. Das soll bei einer weiteren Bauausschusssitzung im November erfolgen. Bei der Sitzung wurde eine Panne bekannt. So hatte die Stadtverwaltung alle Einwände ins Internet gestellt. Schreiben, die per Post an die Verwaltung gerichtet worden waren, wurden dafür gescannt. Dadurch waren offenbar auch Unterschriften der Einsender zu sehen. Das fiel auch Datenschützern auf. Folge: Die Unterlagen wurden wieder entfernt. Kritisch beobachtet wurde die Sitzung von den Mitgliedern der beiden Bürgerinitiativen, die das Projekt ablehnen. Sie stören sich insbesondere an der verdichteten Bebauung des Geländes.

Wenn es nach der Göttinger Stadtverwaltung geht, soll der Rat noch in diesem Jahr über den Bebauungsplan für den Nonnenstieg abstimmen. Dann könnte im kommenden Jahr das eigentliche Bauprojekt am Nonnenstieg starten – wenn denn nichts dazwischen kommt.

Damit sind die Gegner nicht einverstanden. Sie kritisieren, dass sich die Verwaltung völlig unbeeindruckt von der Masse der Einwände zeige und auch nicht von der vom Investor gewünschten Planung nicht abrücke. „Nun ist es an den Ratspolitikern, ihrer Aufgabe – nämlich der Vertretung der Bürgerinteressen – nachzukommen“, sagt Burkhard von Samson. Er vermisst vor allem, dass es bislang keine Verbesserungen gibt. Das ist nicht ausreichend, wir fordern Zugeständnisse an die Nachbarn!“ (bsc/tko)

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