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Feuerwehrbedarfsplan für Göttingen empfiehlt Neubau einer Berufsfeuerwache-West

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Von: Stefan Rampfel

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Das Areal zwischen Europa-Allee, Holtenser Landstraße und Autobahnzubringer wird als Standort für eine mögliche zweite Feuerwache vorgeschlagen.
Das Areal zwischen Europa-Allee, Holtenser Landstraße und Autobahnzubringer wird als Standort für eine mögliche zweite Feuerwache in Göttingen vorgeschlagen. Unten rechts ist der Hagenberg zu sehen, oben rechts der Holtenser Berg und oben links Holtensen. Im Hintergrund verläuft die Autobahn 7. © Stefan Rampfel

Ein neu entwickelter Feuerwehrbedarfsplan für Göttingen schlägt den Neubau einer Feuerwache in der Weststadt vor.

Göttingen – Ein neu entwickelter Feuerwehrbedarfsplan zur Zukunft der Feuerwehren in der Stadt Göttingen wurde am Montag (19.09.2022) im Ausschuss für Feuerwehr, Ordnung und allgemeine Verwaltungsangelegenheiten vorgestellt. Ziel des Plans ist, die bereits vorhandene hohe Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Göttingen weiterzuentwickeln.

So will man auch in Zukunft durch das gemeinsame Tätigwerden von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr den Anforderungen gerecht werden. Den Bedarfsplan für die künftige Feuerwehrstruktur in der Universitätsstadt hat die Firma Lülf+ Sicherheitsberatung entwickelt. Im November soll der finale Plan dem Rat der Stadt zum Beschluss vorgelegt werden.

Feuerwehrbedarfsplan für Göttingen soll Leistungsfähigkeit der Feuerwehr in Zukunft weiterentwickeln

Derzeit besteht die Feuerwehr der Stadt Göttingen aus der Berufsfeuerwehr und 13 Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr. Die hauptamtlichen Kräfte der Berufsfeuerwehr besetzen an der Hauptfeuerwache in der Breslauer Straße, der Feuerwache Klinikum sowie der Feuerwache Sartorius insgesamt 27 Funktionen rund um die Uhr.

Die alte Feuerwache Göttingen Stadtmitte.
Was wird aus der Ortsfeuerwehr Stadtmitte? Für die Fahrzeughalle der Göttinger „Traditionsfeuerwehr“ müsste ein Neubau kommen. © Stefan Rampfel

Eine Funktion entspricht fünf Vollzeitkräften. Die Freiwillige Feuerwehr verfügt über rund 410 Ehrenamtliche im aktiven Einsatzdienst. Grundlage des Bedarfsplans war zunächst eine Analyse der Risikostruktur – in Zusammenarbeit mit Vertretern der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr. Dabei kam heraus, dass die höchste Einsatzdichte im Bereich der Altstadt besteht.

Allerdings können von der Hauptfeuerwache nicht alle Bereiche in der Stadt Göttingen innerhalb der Hilfsfrist von acht Minuten erreicht werden. Daher schlagen die Planer vor, eine zweite Feuerwache für die Berufsfeuerwehr im Nordwesten der Stadt zu errichten. Angedacht ist ein Neubau auf einem Feld zwischen Europa-Allee und Holtenser Landstraße.

Diese neue Wache soll dann den Westen und Norden des Stadtgebiets abdecken und zusätzliche Werkfeuerwehraufgaben für die Firma Sartorius wahrnehmen. Die derzeitige Feuerwache Sartorius würde dann geschlossen werden. Für die jetzige Feuerwache Klinikum würde sich nicht viel ändern.

Neubau einer weiteren Berufs-Feuerwachse hätte Schließung der Sartorius-Wache zur Folge

In Summe sind so zehn Funktionen, also fünfzig Berufsfeuerwehrleute, mehr erforderlich, wovon bereits 35 von der jetzigen Werkfeuerwehr Sartorius kommen würden. Kommunal müssten also 15 Berufsfeuerwehrleute zusätzlich eingestellt werden.

Weiterhin sieht der Feuerwehrbedarfsplan ein taktisches Grundkonzept vor, das auf einheitliche Hilfeleistungs-Löschfahrzeuge aufbaut. Der Einsatz von Sonderfahrzeugen soll reduziert werden.

Auch die 13 Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet Göttingen nahmen sich die Planer vor. Eine Erkenntnis ist, dass an fast allen Standorten baulicher Handlungsbedarf besteht, wobei die höchste Priorität in Geismar und Stadtmitte herrscht. Hier sind vermutlich Neubauten der Feuerwachen erforderlich.

Gerade für die Ortsfeuerwehr Stadtmitte, die Traditionsfeuerwehr der Stadt Göttingen, müsste vor dem Hintergrund geringer Mitgliederzahlen ein langfristiges Gesamtkonzept entwickelt werden. „Das Gutachten macht deutlich, wie wichtig die Rolle der Freiwilligen Feuerwehr ist“, sagt Erster Stadtrat Christian Schmetz. „Ohne sie ist der Brandschutz in Göttingen nicht sicherzustellen.“ (Stefan Rampfel)

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