Interaktives Projekt des Frankfurter Künstlerkollektivs red park

Theater-Reise nach Kairo: Eindrücke werden in Göttingen aufgeführt

Motiv: „Orientalische Hochzeitsceremonie“ (1762) Kupferstich von Gerog Wilhelm Baurenfeind Foto: nh

Göttingen. Ein interdisziplinäres Theaterprojekt feiert am 9. Mai seine Premiere am Deutschen Theater Göttingen. Die Macher sind dafür zu einer Expedition nach Kairo gereist.

Vergangenen Freitag startete das außergewöhnliche Theaterprojekt des Frankfurter Künstlerkollektivs red park nach Kairo, um aus den dort gesammelten Eindrücken im Anschluss das interdisziplinäres Theaterprojekt zu entwerfen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Verwerfungen in den Arabischen Ländern greift das Künstlerkollektiv die vom berühmten Göttinger Theologen und Orientalisten initiierte und bis dato beispiellose wissenschaftliche Expedition aus den Jahren 1761 bis 1767 auf. Dabei dienen die Aufzeichnungen des einzigen Überlebenden, Carsten Niebuhr, der einst Mathematik in Göttingen bei dem Astronom Tobias Mayer studierte, als Reiseplan dieser dreiwöchigen Theaterrechercheexpedition.

Das Team besteht aus dem Soziologen und Theaterwissenschaftler Jörg Thums, dem Theaterregisseur und Dramaturg Lutz Keßler sowie dem am Seminar für Arabistik / Islamwissenschaft lehrenden Ahmad Sagheer.

Auf ihrer Reise werden sie Gespräche mit Künstlern, politischen Aktivisten, Wissenschaftlern und Menschen des Alltags zur gegenwärtigen politischen, sozialen und kulturellen Situation führen.

Ferner besuchen sie zahlreiche der von Carsten Niebuhr beschriebenen Orte und dokumentieren den Grad der historischen Veränderung. Und sie begeben sich auf die Suche nach Antworten auf den von Michaelis entwickelten und 100 Fragen und Handlungsanweisungen umfassenden Leitfaden, der die historische Expedition einst zu spät erreichte.

Im Anschluss an diese Reise entwickeln red park in einem mehrwöchigen Probenprozess ein szenisch-dokumentarischen Essay, der einerseits unseren eurozentrischen und noch immer stark von Vorurteilen geprägten Blick auf die gegenwärtige Situation in den Arabischen Ländern kritisch hinterfragt und entsprechend revidieren soll, andererseits aber auch die Lebensleistung von Carsten Niebuhr würdigt, dessen Todestag sich am 26. April 2015 zum 200. Mal jährt.

Fragen für das Team

Noch bis zum Freitag, 20. März gibt es die Möglichkeit, Fragen und Handlungsanweisungen an das Expeditionsteam zu schicken: info@arabischereise.de, die diese vor Ort beantworten oder ausführen sollen.

Zur Finanzierung der szenischen Umsetzung wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Unter www.startnext.com/diearabischereise gibt es die Chance, das Projekt zu unterstützen und sich ein attraktives Dankeschöns zu sichern. (dt/mel)

Weitere Infos unter www.arabischereise.de und auf Facebook unter www.facebook.com/arabischereise.

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