Damit Küchenabluft sauberer wird

Beim HAWK-Projekt „Plasma for Life“ werden neue Anwendungsideen entwickelt

Plasma-Entladung: Die Göttinger Forscher der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst entwickeln mit bei „Plasma for Life“ neue Ideen, wie diese Technologie eingesetzt werden werden kann.
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Plasma-Entladung: Die Göttinger Forscher der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst entwickeln mit bei „Plasma for Life“ neue Ideen, wie diese Technologie eingesetzt werden werden kann.

Neue Ideen zur Anwendung der Plasma-Technologien werden an der Hochschule und angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen entwickelt. Das Projekt „Plasma for Life“ bekommt jetzt eine Millionenspritze.

Göttingen – Das Bundesforschungsministerium gibt 4,7 Millionen Euro für weitere vier Jahre. Zusätzlich rund 1,9 Millionen Euro haben das Niedersächsische Wissenschaftsministerium, Unternehmen aus Südniedersachsen, die Göttinger Wirtschaftsförderung und der Förderverein der Göttinger HAWK-Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit verbindlich zugesichert. „Plasma for Life“ ist eine von bundesweit nur zehn Partnerschaften, die im Rahmen der Bundesförderung FH-Impuls finanziert werden und die einzige in Niedersachsen.

Neben plasmabasierten Medizinverfahren, kann die Technologie beispielsweise in der Kosmetikbranche genutzt werden: Die Haut wird durch die Plasmabehandlung durchlässiger.

Außerdem verbessert Plasma auch die „Neutralisierung“ von Küchenabluft im Einsatz bei hochwertigen Dunstabzugshauben. Weiterhin kann in der Tierhaltung die Stallluft entkeimt und der Ammoniakgehalt reduziert werden.

Forschungsstärke

Die HAWK habe mit ihrem Projekt ‚Plasma for Life’ ihre Forschungsstärke bewiesen und sich eine weitere Förderung durch Bund, Land und Stadt Göttingen gesichert, lobt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU).

Regionale Vernetzung

„Das Projekt vernetzt anwendungsbezogene Spitzenforschung und insbesondere die regionale Wirtschaft in Südniedersachsen in einem Bereich, der gerade jetzt große Bedeutung hat. Die Plasma-Technologie leistet Beiträge in den Bereichen Gesundheit und Pflege, aber auch bezüglich der Umwelt“, so der Minister. So könnten plasmabasierte Medizinprodukte und -verfahren insbesondere Diabetes-Patienten mit Wundheilungsstörungen helfen, aber auch Viren wie das Coronavirus, Bakterien und multiresistente Keime zum Beispiel in Wartezimmern, Krankenhäusern und auch Großraumbüros abtöten. „Hier zeigt sich, dass Forschung an Fachhochschulen ihren Beitrag zu Innovationen für das ganze Land leistet“, ergänzt Thümler.

Viele Projektpartner

Laut HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy besteht die seit Anfang 2017 am Forschungsschwerpunkt ‚Plasma- und Lasertechnologien’ angesiedelte Partnerschaft derzeit aus 13 Industriepartnern und weiteren assoziierten Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Administration sowie Fachverbänden. Für die kommende Intensivierungsphase bis 2024 sei es den Projekt-Machern Prof. Dr. Wolfgang Víöl, Prof. Dr. Christoph Rußmann, Dr. Bernd Schieche, Prof. Dr. Christoph Gerhard und Dr. Andreas Helmke gelungen, mit insgesamt 20 weiteren Industriepartnern, zwei neuen Institutionen aus der Öffentlichkeit sowie mit exzellenten Forschungsthemen und einem nachhaltigen Weiterentwicklungskonzept das Bundesforschungsministerium zu überzeugen. Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Partnerschaftssprecher und Vizepräsident für Forschung und Transfer, macht deutlich: „Die HAWK gehört mit dem Projekt ‚Plasma for Life’ zu den zehn besten forschenden Fachhochschulen in Deutschland.“

Die Aufgabe der Partnerschaft ist es laut Viöl, regionale und überregionale Akteure aus den Branchen der Vor- und Zulieferbereiche der gesundheitswirtschaftlichen Wertschöpfungskette zu bündeln und kooperativ die Potenziale optischer Technologien für Verfahrens- und Produktinnovationen zu heben.

Hintergrund: Plasma – der vierte Aggregatzustand

Plasma wird häufig auch als vierter Aggregatzustand neben fest, flüssig und gasformig bezeichnet. Erzeugt wird das Plasma durch eine gezielte elektrische Entladung in einem Gerät. Die Elektronen schweben im Plasmazustand frei im im Raum. Plasma ist extrem heiß – über 80 000 Grad Celsius. Stahl beginnt übrigens schon bei 1200 Grad zu schmelzen. Die Göttinger Forscher können ihre Geräte aber so einstellen, dass die Behandlung für den Menschen völlig unschädlich ist. Man spürt die Behandlung praktisch nicht.

hawk.de/forschung

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