Universitätsmedizin trauert

Bekannter Göttinger Herzforscher Kreuzer starb mit 86 Jahren

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Im Alter von 86 Jahren gestorben: Prof. Dr. Heinrich Kreuzer.

Göttingen. Der ehemalige Direktor der Kardiologie und Pulmonologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Prof. Dr. Heinrich Kreuzer ist im 87. Lebensjahr gestorben.

„Die Universitätsmedizin Göttingen trauert um einen sehr renommierten Kardiologen, engagierten und zugewandten Arzt, hervorragenden Forscher, Hochschullehrer und Mentor“, heißt es in einem Nachruf des UMG-Vorstandes.

Als Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie leitete der gebürtige Würzburger Kreuzer, der über ein Stipendium der Max-Planck-Gesellschaft 1957 erstmals nach Göttingen kam, von 1976 bis zu seiner Emeritierung 1998 die damalige Abteilung Kardiologie und Pulmonologie im Zentrum Innere Medizin der UMG.

„Professor Kreuzer hat mit seinem Engagement und seinen Ideen in den 1970er- und 1980er-Jahren entscheidend daran mitgewirkt, neue, invasive Behandlungsmöglichkeiten von Erkrankungen des Herzens und insbesondere des akuten Herzinfarkts zu etablieren und weiterzuentwickeln“, heißt es in dem UMG-Nachruf.

Kreuzer habe die Göttinger Kardiologie konsequent an moderne Standards herangeführt. „Mit der Einführung neuer neuer Verfahren der Kardiologie machte er sie weltweit sichtbar.“ Unter seiner Leitung gehörte die Göttinger Herzforschung schon damals zur Spitzengruppe der deutschen Kardiologien. Interventionelle Techniken, heute als „minimal-invasiv“ bezeichnet, und eine moderne, internistische Intensivmedizin wurden von ihm konsequent aufgebaut und in die Routine gebracht.

Das wissenschaftliche Interesse Heinrich Kreuzers galt der Hämodynamik bei korona-ren Herzkrankheiten (KHK), der Behandlung des akuten Infarktes und den Erkrankun-gen des Herzmuskels. Forschungsschwerpunkte waren unklare Herzmuskelleiden sowie interventionelle Methoden, wie die heute inzwischen selbstverständliche Implantation von Gefäßstützen (Stents) in Herzarterien.

14 Jahre lang gehörte Kreuzer dem Klinikumsvorstand an, von 1983 bis 1985 als Ärztlicher Direktor. Als Emeritus blieb er der Fakultät verbunden und gehörte von 1999 bis 2003 der Kommission zur Auszeichnung von Persönlichkeiten an. Von 1998 bis 2007 hatte er die ärztliche Leitung der UMG-Krankenpflegeschule.

Kreuzer veröffentlichte mit seinen Forschungsgruppen mehr als 400 Publikationen und erhielt mehrere Preise.

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