Göttingen: Beratungsstellen fürchten um Existenz

Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen stellt Forderungen ans Land

Die Heimvolkshochschule Mariaspring: Die Bovender Einrichtung der Erwachsenenbildung besteht seit mehr 65 Jahren und ist Mitglied der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen. 
Archivfoto: Bernd Schlegel
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Die Heimvolkshochschule Mariaspring: Die Bovender Einrichtung der Erwachsenenbildung besteht seit mehr 65 Jahren und ist Mitglied der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen.

Die Vielfalt ist groß, die Gefahr aber ebenso. Die Auswirkungen der Corona-Krise könnten die Einrichtungen und deren etwa 1000 Mitarbeiter treffen.

Göttingen – Sie setzen sich in den etwa 30 zivilgesellschaftlichen Beratungs- und Bildungsstellen sowie sozialen Trägern und Einrichtungen in Südniedersachsen für Menschen ein und leisten so einen immensen Beitrag für die Gesellschaft und das demokratische Miteinander.

Göttingen: Die kurzzeitigen Soforthilfen der Politik hätten ihr vorrangiges Ziel erreicht

Dass die Situation, auch aufgrund von Einnahmeverlusten durch Kursausfälle, ernst ist, ergab auch die Auswertung einer Umfrage unter den 30 Mitgliedern der seit 2002 in Göttingen ansässigen Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) zu den Einschränkungen durch die Corona-Krise. „Die Corona-Krise ist für alle unsere Mitglieder zu einer großen Herausforderung geworden“, fasst Tobias Schläger, Pressesprecher der BIGS zusammen.

„Wirtschaftliche Verluste und zunehmende existenzielle Nöte werden sich nach unserer Ansicht bei einem großen Teil unserer Mitglieder ohne Unterstützung der Politik durch geeignete Maßnahmenpakete weiter verschärfen“, sagt Schläger.

Grundsätzlich hätten die kurzzeitigen Soforthilfen der Politik ihr vorrangiges Ziel – die Stabilisierung der Wirtschaft und die Überbrückung von Liquiditätsengpässen für Unternehmen – erreicht.

Göttingen: Ein Problem lieg im Konstrukt und den Regelungen

Nachgelagert – und leider seitens der Politik bislang wenig beachtet – sieht die BIGS jedoch immense Auswirkungen für ihre 30 Mitglieder und ihre Beschäftigten aus gemeinnützigen und sozialen Einrichtungen der Bildung, Beratung und Integration.

Dabei liegt ein Problem auch im Konstrukt und den Regelungen. So können freie Träger nicht von einer Kommune aufgefangen werden. Bei Wegfall ihrer Einnahmen droht die Insolvenz. Problem: Es gibt auch keine angesparten Notgroschen, denn das Bilden von Liquiditätsreserven ist aufgrund der Gemeinnützigkeit nahezu unmöglich.

Göttingen: Die Mitglieder der BIGS setzen auf konkrete Impulse aus der Politik

Auch können gemeinnützige Einrichtungen keine Gewinne erzielen, um gegebenenfalls entstehende Verluste – die im Moment wahrscheinlich sind – auszugleichen. So müssen vorhandene Eigenmittel, wie zum Beispiel Spenden, zur Deckung der Grundkosten eingesetzt werden

Was also tun? Nun, die Mitglieder der BIGS setzen auf konkrete Impulse aus der Politik. Dazu gehören aus Sicht der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen beispielsweise Möglichkeiten, das Haushaltsrecht auszuschöpfen und die Förderregularien anzupassen. Hoffnung macht auch, dass viele Zuwendungsgeber aktuell ein Entgegenkommen signalisiert haben.

Die BIGS hat nun ein Positionspapier mit Forderungen und einem Appell sowie konstruktiven Hinweisen an die Niedersächsische Landespolitik erstellt, der den bildungspolitischen Sprechern der Fraktionen in Hannover zugeleitet wurde.

Göttingen: Hintergrund zur BIGS

Die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG wurde 2002 gegründet und ist ein Zusammenschluss von 30 regionalen Bildungsanbietern aus Südniedersachsen. Die Geschäftsstelle in Göttingen bietet eine neutrale, für alle Interessierte offene, trägerunabhängige Beratung rund um alle Fragen zu den Themen Bildung, berufliche Integration und Demokratieförderung an. Weitere Informationen zu der Genossenschaft gibt es im Internet.  

Weitere Informationen gibt es auf der Seite bildungsgenossenschaft.de im Internet.

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