Projekt Fracht bringt Bewerber und Unternehmen aus der Logistikbranche in Kontakt miteinander

Berufs-Chancen für schwächere Schüler

Sie ziehen beim Projekt Fracht an einem Strang (von links): Volker Budde (gpdm), Schulleiter Tom Wedrins, die Lehrer Frank Richardt und Peter Stellmacher, Berufsberater Lorenz Böning und Roger Voigtländer (gpdm). Foto: Schröter

Göttingen. Obwohl sich der Ausbildungsmarkt entspannt und die meisten Schulabsolventen inzwischen einen Ausbildungsbetrieb finden, bleibt der eine oder andere immer noch auf der Strecke.

Vor allem Hauptschüler mit durchwachsenen oder gar schwachen Noten im Abschlusszeugnis gehen immer wieder von der Schule direkt in die Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig hat die Wirtschaft immer größere Probleme, offene Stellen zu besetzen. So sucht beispielsweise die in Südniedersachsen stetig wachsende Logistikbranche händeringend Berufskraftfahrer oder Fachlageristen.

„Diese Betriebe sind auch Bewerbern mit etwas ungünstigeren Ausgangssituationen durchaus aufgeschlossen“, sagt Roger Voigtländer von der Göttinger Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement (gpdm). Aus diesem Grund hat das Beratungsunternehmen mit den Schwerpunkten Bildung und Personalentwicklung das Projekt „Fachkräfte regional ausbilden und branchencharakteristische Handlungskompetenzen trainieren“ (Fracht) entwickelt. „Wichtig ist, dass man überhaupt miteinander ins Gespräch kommt und aufeinander aufmerksam wird“, betont Voigtländer. Dies sei in der Vergangenheit eher selten der Fall gewesen, weil die Logistikbranche gemeinhin einen eher durchwachsenen Ruf genieße.

Dabei sind die beiden Berufsbilder des Fachlageristen und des Berufskraftfahrers durchaus interessant für junge Menschen, die sonst eher Schwierigkeiten haben, eine Ausbildungsstelle zu finden“, so Voigtländer. Das Projekt Fracht bringt nun auf verschiedenen Wegen beide Seiten zusammen und entwickelt Lösungen und Perspektiven, die allen helfen. Dazu zählt unter anderem auch die Zusammenarbeit mit Schulen im gesamten Landkreis.

„Gerade in Sachen Berufsorientierung arbeiten wir schon seit vielen Jahren mit der gpdm zusammen“, sagt Tom Wedrins, Leiter der Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Fracht sei da ein weiterer wichtiger Kooperationsbaustein. „Die Fachleute von der gpdm organisieren Werksbesichtigungen bei Logistikunternehmen und wir bauen diese dann in den Unterricht ein“, sagt der Schulleiter. Damit gebe man zum einen den Schülern die Chance, in ein interessantes Berufsfeld hineinzuschnuppern, das sonst bei der Wahl eines Ausbildungszweiges eher außen vor bleibt.

Schulleiter Wedrins: „Zum anderen ist die Logistik mittlerweile ein Standortfaktor für Göttingen und die Region, und das wollen wir auch gerne unterstützen.“ (per)

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