Ungünstige Bedingungen

Berufsausbildung: Niedersachsen im Ländervergleich hinten 

Göttingen. Schlechte Noten für Niedersachsen: Beim Länder-Monitor Berufliche Bildung 2017 rangiert das Bundesland im Ländervergleich hinten.

Besonders Schüler mit Haupt- und Realschulabschluss aus Niedersachsen haben schlechtere Karten als in anderen Bundesländern, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Zu diesem Ergebnis kommen die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie, an der auch die Uni Göttingen über das Soziologische Forschungsinstitut (SOFI) und die Abteilung Wirtschaftspädagogik maßgeblich beteiligt waren.

Grundsätzlich habe sich in den vergangenen Jahren ein Nord-Süd-Gefälle in Deutschland im Bezug auf die Berufsausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen verfestigt, heißt es in der Studie. Konkret: Jugendliche in Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben deutlich schlechtere Chancen, in eine duale Berufsausbildung zu gelangen als in Bayern oder dem Vorbild-Land Baden-Württemberg, wie Prof. Martin Baethge vom Göttinger SOFI-Institut schlussfolgert.

Niedersachsen jedenfalls bleibt wie schon in der Vergangenheit das Land mit den ungünstigsten Bedingungen für Menschen, die eine Ausbildung beginnen wollen.

Martin Baethge sagt warum: Das Land sei sehr heterogen was die Verteilung von Betrieben und Industriezonen angeht. „Es fehlt auch der kontinuierliche Aufbau guter Bedingungen für Dienstleistungsberufe und die Ausbildung darin.“

Diesbezüglich sei man vor allem in Baden-Württemberg vorbildlich unterwegs. Das Modell dort, wo die Ausbildung teilweise anders organisiert ist, ließe sich laut Baethge problemlos für Niedersachsen unternehmen. Es mangele aber am politischen Willen dazu.

Weiteres Problem: Trotz des erschwerten Zugangs zur Berufsbildung in Niedersachsen blieben 5,5 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt. 16 Prozent aller Bewerber bekamen keinen Ausbildungsplatz. Schlechter ist die Quote nur in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Übrigens: Von den ausländischen Jugendlichen schafften nur 41 Prozent im Jahr 2016 den direkten Einstieg in die Berufsausbildung. 

Rubriklistenbild: © dpa

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