Berufsbildende Schulen 1

Ganz besonderes Fußballturnier um Fairplay und fairen Handel in der Arnoldi-Schule

Siegerehrung mit den drei besten Teams und Lehrern der Arnoldi-Schule: Auch Kreisrätin Christel Wemheuer (links hinten) war zum Turnier gekommen. Rechts daneben Christian Westensee. Foto: Andreas Arens

Göttingen. Dass faires Verhalten beim Sport und fairer Handel Gemeinsamkeiten haben, das zeigte die Arnoldi-Schule mit ihrem Fußball-Turnier "Get the Kick4Fair".

„Fairtrade und Fairplay passen gut zusammen“, sagt Roman Müller, Teamleiter Sport der Arnoldi-Schule in Göttingen (BBS 1), und liefert damit einen Grund, warum das „Get the Kick4Fair“-Futsalturnier im zweiten Jahr in Folge ausgetragen wurde.

Denn bei dem Turnier geht es nicht nur um die Fairness auf dem Platz oder an der Platte, sondern auch um die Fairness daneben. Dabei spielt der faire Handel an einer kaufmännischen Berufsschule eine besonders wichtige Rolle.

Faire Schulphilosphie

Für Christian Westensee, Koordinator für Berufsfachschul-, Berufseinstiegs- und Sprachintegrationsklassen an den BBS 1, ist es wichtig, den Aspekt Fairness im Allgemeinen in den Mittelpunkt der Schulphilosophie zu stellen. „Unser Motto ist: Wir sind die Schule der Verantwortung und die Schule der Chancen. Das sind unsere Leitlinien im Umgang. Wenn die Schüler Verantwortung übernehmen, haben sie gute Chancen für ihre eigene Zukunft. Und nur so erreichen wir ein gemeinsames Miteinander.“

Appell für Veränderungen

An seine Schüler hatte Westensee zuvor appelliert: „Nur gemeinsam schaffen wir es, Veränderungen umzusetzen.“ Diese Veränderungen, betreffen vor allem den globalen Handel – Stichwort Fairtrade – aber auch den Umweltschutz. Schon seit einigen Jahren engagiert sich die Arnoldi-Schule bei der „fairen Woche“ in Göttingen.

Im Unterricht und mit speziellen Workshops werde bei den Schülern ein Bewusstsein für Fairtrade geschaffen, und dafür, dass man mit dem eigenen Handeln auch etwas bewirken kann, sagt Westensee.

Dass die BBS 1 sich so für das Thema einsetzt, hat nicht zuletzt etwas mit den Schülern zu tun. Denn in den vergangenen Jahren sind auch viele Flüchtlinge an die Schule gekommen. Westensee: „Wir haben Schüler, die in ihren Heimatländern selbst unter erbärmlichsten Bedingungen arbeiten mussten. Es macht etwas mit den Schülern, wenn sie direkten Kontakt mit solchen Menschen haben.“

Faire Sportartikel

Gerade bei der Herstellung von Sportartikeln sind Kinderarbeit und Hungerlöhne noch immer keine Seltenheit. Auch deshalb richtete die Arnoldi-Schule nun zum zweiten Mal das „Get the Kick4Fair“-Turnier aus. Die Initialzündung dafür sei der fairgehandelte Ball der „Fairtrade-Region-Göttingen“ gewesen, mit dem auch dieses Mal gespielt wurde, erläuterte Westensee.

Dass dieses Turnier bei den Schülern das Bewusstsein für das Thema Fairtrade stärkt, davon ist der Lehrer überzeugt: „Es ist viele einfacher sich damit auseinanderzusetzen, wenn ich eine positive Assoziation dazu habe.“ Und auch im Fußball sei die Fairness eben nicht nur auf dem Platz, sondern auch „um den Platz herum“ sehr wichtig.

200 Schüler kickten mit

Rund 200 Schüler aus zwölf Berufsfachschul-, Berufseinstiegs- und Sprachintegrationsklassen nahmen an dem sportlichen Wettstreit unter Fairness-Aspekten teil. Nach einer Vorrunde mit zwei Sechsergruppen schafften es die jeweils ersten beiden in die Finalrunde. Am Ende setzten sich die Teams durch, die auch den besten Fußball gespielt hätten, sagte Roman Müller bei der Siegerehrung.

Neben dem Fußball stand an dem Tag übrigens die Zusammenarbeit mit dem EPIZ (Entwicklungspolitisches Zentrum) Göttingen im Mittelpunkt. Das kooperiert auch bei den Workshops mit den BBS 1. Das EPIZ arbeitete mit der Schule auch bei der Produktion von vier „Fair Cut“-Kurzfilmen zusammen, die nach dem Turnier vorgeführt wurden.

Filme zu fairem Handel

Dabei setzten die Schüler das Thema Fairer Handel und Sport filmisch um. Herausgekommen sind beeindruckende Sequenzen, die zeigten, dass die Schüler verstanden haben, wie wichtig der faire Handel in einer globalisierten Welt ist.

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