"Falscher-Polizisten-Trick"

Urteil des Landgerichts Göttingen: Mann muss wegen Betrugs in Haft

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Zwei Jahre und fünf Monate Haft für einen Mann aus Rheine. 

Ein 27-jähriger Mann aus Rheine muss wegen seiner Beteiligung an den Betrügereien einer bundesweit agierenden Bande für zwei Jahre und fünf Monate ins Gefängnis. 

Das hat am Dienstag das Landgericht Göttingen entschieden. Der 27-Jährige hatte dort Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Duderstadt eingelegt. Dieses hatte ihn im Dezember in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Die Bande hatte im vergangenen Jahr mit dem „Falsche-Polizisten-Trick“ eine Seniorin in Duderstadt um 290 000 Euro geschädigt. Der Angeklagte hatte gestanden, für die Hintermänner als Geldabholer fungiert zu haben.

Ziel seiner Berufung war es, eine Bewährungsstrafe zu erhalten. Dies ist nur möglich, wenn die Freiheitsstrafe höchstens zwei Jahre beträgt. Das Landgericht reduzierte nun zwar die erstinstanzliche Strafe um vier Monate, aber eben nicht in dem Maße, dass die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Der 27-Jährige hatte für die Bande als so genannter Läufer agiert. Eines der Bandenopfer war eine 86-jährige Frau aus Duderstadt, die mit perfiden psychologischen Tricks dazu gebracht wurde, nach und nach insgesamt 290 000 Euro herauszugeben. Beim dritten Übergabetermin war der 27-Jährige als Kurier eingesetzt gewesen und hatte 200 000 Euro abgeholt. Drei Wochen später wurde er mit zwei Komplizen bei einer fingierten Geldübergabe in Coburg festgenommen.

Alle Verfahrensbeteiligten hielten ihm zugute, dass er nach seiner Festnahme Aufklärungshilfe geleistet und den Ermittlern wichtige Hinweise gegeben hatte. Seinen Angaben zufolge war einer der drei Festgenommenen offenbar eine Art Verbindungsmann der Bande in Deutschland und dementsprechend höher in der Hierarchie angesiedelt. Dieser habe die Anweisungen gegeben, die Fahrt zur Geldübergabe organisiert und dabei Kontakt zu den Drahtziehern in der Türkei gehalten.

Nach Ansicht des Gerichts sei der Angeklagte in ein hoch professionelles System eingebunden gewesen. Dieses werde zwar von anderen organisiert. Der Angeklagte habe aber genau gewusst, „wie es im Hintergrund läuft und welches System dahinter steckt“, sagte die Vorsitzende Richterin Antje Kohlmeier. Außerdem sei der Angeklagte bereits mehrfach vorbestraft. Dies habe ihn indes nicht davon abgehalten, sich an diesen Taten zu beteiligen.

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