1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Beschäftigte aus Sozialberufen demonstrierten in Göttingen für bessere Arbeitsbedingungen

Erstellt:

Von: Eva Krämer

Kommentare

Forderungen der Erzieher und Sozialarbeiter kommen in die Tonne: Sie demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungen.
Forderungen der Erzieher und Sozialarbeiter kommen in die Tonne: Sie demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungen. © Eva Krämer

Alles in die Tonne: Am Mittwochvormittag demonstrierten Erzieher und Sozialpädagogen vor dem Alten Rathaus in Göttingen. Einen ganzen Korb mit Forderungen übergaben sie dem Dezernat für Personal, Schule und Jugend.

Göttingen – Geringe finanzielle Wertschätzung, schlechter Betreuungsschlüssel und unbezahlte Ausbildungen: All diese Kritikpunkte der Erzieher und Sozialarbeiter kamen am Mittwoch vor dem Alten Rathaus in Göttingen in die Tonne.

„Wir sind Erzieher aus Leidenschaft, doch es gibt einige Dinge, die uns quälen“, sagte eine der Rednerinnen. „Deswegen kommen unsere Forderungen jetzt in die Tonne.“

Die Tonne sei auch eine Anspielung auf den niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Sein Porträt klebte auf dem Deckel der Tonne.

Gewerkschaft Verdi rief zum Streik auf

„Ich mache eine Ausbildung zur Erzieherin, weil es mir Spaß macht und meine Berufung ist“, erzählt eine junge Frau. „Doch es kann nicht sein, dass wir dafür kein Geld bekommen.“ Auch ihre Forderung landete in der Tonne.

Zu dem Warnstreik hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. „Es geht nicht einfach um mehr Prozente – auch wenn das aktuell durchaus notwendig wäre – sondern um strukturelle Verbesserungen: Verbesserungen der belastenden Arbeitsbedingungen, finanzielle Aufwertung der Arbeit und Maßnahmen gegen Fachkräftemangel“, so Sebastian Wertmüller, Geschäftsführer der Region Süd-Ost-Niederschsen von Verdi. Es sei völlig unverständlich, wieso die Arbeitgeber hier nicht mit den Gewerkschaften an einem Strang ziehen.

Aus Göttingen, Northeim und Einbeck kamen Erzieher und Sozialpädagogen vor das Alte Rathaus in Göttingen.
Aus Göttingen, Northeim und Einbeck kamen Erzieher und Sozialpädagogen vor das Alte Rathaus in Göttingen. © Eva Krämer

Auch Erzieher aus Einbeck und anderen Bereichen des Landkreises Northeim waren dabei.

„Wir sind bereits am 1. Mai, am Tag der Arbeit, auf die Straße gegangen, doch das reicht noch nicht. Wir brauchen weitere Mitstreiter, um die Arbeitsbedingungen in Kitas und weiteren Betreuungseinrichtungen zu verbessern“, sagte einer der Redner.

Nicht nur Erzieher und Sozialarbeiter der städtischen Kindergärten demonstrierten. Auch Erzieher aus Einbeck und anderen Bereichen des Landkreises Northeim waren dabei.

Asta der Uni Göttingen unterstützt Demo

„Für faire Arbeitsbedingungen braucht man einen langen Atem. Deswegen ist es super, dass ihr heute streikt“, sagte Hannah Bornemann, vom Asta der Uni Göttingen. „Es gibt viele Studierende mit Kindern. Daher wissen wir, wie wichtig eine gute Kinderbetreuung ist. Auf Zettel schrieben die Erzieher und Sozialarbeiter ihre Forderungen an die Stadt Göttingen auf.

Ein ganzer Korb voll kam dabei zusammen. Nach der Kundgebung zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt zum Neuen Rathaus, um ihre Forderungen beim Dezernat für Personal, Schule und Jugend abzugeben. (Eva Krämer)

Auch interessant

Kommentare