Warnstreik: Gastronomie-Mitarbeiter der Göttinger Klinik wollen Haustarifvertrag

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Warnstreik der UMG-Gastronomie: Sie fordern mit ihrer Aktion „faire Löhne“.

Göttingen. Die Beschäftigten der Göttinger UMG Gastronomie GmbH wollen einen Haustarifvertrag durchsetzen. Deshalb sind sie am heutigen Donnerstag in einen eintägigen Warnstreik.

Das seit mehr als zehn Jahren bestehende Unternehmen mit etwa 200 Mitarbeitern zahlt offenbar deutlich weniger Gehalt als an die Alt-Beschäftigten, sagt die Gewerkschaft Verdi. Das Niveau liege 30 bis 40 Prozent darunter.

„Große Beschäftigtengruppen erhalten zum Beispiel 1619 Euro brutto für eine Vollzeitstelle, 810 Euro brutto für eine Teilzeitarbeit. Es gibt (fast) keine Jahressonderzahlung, keine Betriebsrente oder andere Leistungen, wie sie die Alt-Beschäftigten der Uniklinik nach dem Tarifvertrag der Länder erhalten“, sagt Patrick von Brandt von der Gewerkschaft Verdi.

Durch einen Haustarifvertrag soll die finanzielle Situation der Beschäftigten deutlich verbessert werden. Die nächste Verhandlungsrunde ist nach Angaben von Verdi am Mittwoch, 8. Februar, geplant. Täglich produzieren die Mitarbeiter der UMG-Tochter etwa 6000 Mahlzeiten.

„Das Aufstocken beim Amt ist eine Zumutung“, sagt eine Beschäftigte. „Wir fordern gleiche Löhne für gleiche Arbeit. Das heißt Löhne von denen wir und unsere Familien leben können!“ ergänzt eine andere Mitarbeiterin.

Unterstützung für die Streikenden kommt vom Göttinger Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen): „Ich unterstütze die Forderungen der Streikenden nach einer angemessen Bezahlung. Die Ungleichbehandlung ist nur schwerlich nachvollziehbar.“ Alle Beschäftigten, egal welchen Bereichs sollten laut Trttin mindestens entsprechend des Tarifvertrags der Länder entlohnt werden. Nur so ist eine menschenwürdige und armutsfeste Bezahlung garantiert, sagt der Bundestagsabgeordnete.

Warnstreik in Schule

Am Mittwoch gab es einen Warnstreik an der Göttinger Heinrich-Böll-Schule. Dort traten Angestellte der Schule in einen eintägigen Ausstand. Hintergrund ist eine Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nach einem Gehaltsplus von sechs Prozent. In den aktuellen Tarifverhandlungen mit dem Land gab es bislang noch keine Annäherung. (bsc)

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