Beschlagnahme von 13 Pferden durch Amtstierarzt bestätigt

Gericht macht Halterin aus Landkreis Göttingen für Pony-Hungertod verantwortlich

Aus der Froschperspektive heraus ist ein großes Gebäude aus dunklen Steinen zu sehen.
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Urteil gegen Tierhalterin: Verwaltungsgericht in Göttingen an der Bürgerstraße 5.

Wer seine Tiere betreuen lässt, ist auch weiter dafür verantwortlich, dass sie tierschutzgerecht gehalten werden. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden.

Göttingen – Das Gericht wies damit einen Antrag einer Pferdehalterin gegen den Landkreis Göttingen ab. Im Herbst 2020 hatte der Amtstierarzt 13 Islandponys in Gewahrsam genommen, weil sie sich in einem tierschutzwidrigen Zustand befanden.

Zudem war Wochen zuvor ein Tier aus der Herde verhungert. Deshalb verfügte er, dass die Frau keine Pferde mehr halten dürfe. Das Gericht bestätigte die Wegnahme der Tiere und das Haltungsverbot (Aktenzeichen 1 B 319/20).

Laut Gerichtssprecher hatte die Antragstellerin eine Islandponyzucht aufgebaut. Nach ihrem Wegzug, habe sie die Tiere der Obhut einer anderen Person überlassen, sich dabei aber vorbehalten, über den Verbleib der Tiere zu bestimmen.

Die übrigen Pferde wiesen Zahnschäden und Krankheiten auf

Im Sommer 2020 sei dann eines der Islandponys auf der Weide verstorben. Laut Amtstierarzt sei das Pony verhungert: Der Magen-Darm-Trakt sei massiv mit Parasiten befallen und das Gebiss in einem so schlechten Zustand gewesen, dass das Pferd kein Futter mehr habe verwerten können.

Die Antragstellerin habe auf den entsprechenden Bericht des Veterinärs hin indes nichts in Bezug auf die anderen Tiere unternommen.

Im September habe der Amtstierarzt bei einer Begutachtung festgestellt, dass sich auch die übrigen Pferde in einem sehr schlechten Ernährungszustand befanden und Zahnschäden sowie Krankheiten aufwiesen.

Alle Ponys waren in einem tierschutzwidrigen Zustand

Es folgte das Beschlagnahmen der Tiere und die Verfügung, dass die Antragstellerin den Verkauf der Ponys zu dulden habe und in Zukunft keine Pferde mehr halten dürfe.

Die Frau klagte dagegen und begründete, dass sie nicht Halterin der Tiere sei, sondern diese in Betreuung gegeben habe. Außerdem sei es nicht erwiesen, dass sich alle beschlagnahmten Pferde in einem tierschutzwidrigen Zustand befunden hätten.

Laut Urteil ist sie aber die Halterin der Tiere und damit auch für diese verantwortlich. Zudem seien alle Ponys in einem tierschutzwidrigen Zustand gewesen. (Heidi Niemann, Thomas Kopietz)

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