Güntzler über Sterbehilfe: Besondere Abstimmung im Bundestag

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Im Fraktionssaal des Bundestages: Fritz Güntzler (CDU), Bundestagsabgeordneter aus Göttingen

Göttingen. Es war kein Routine-Gang für Fritz Güntzler, als im Bundestag über die Sterbehilfe entschieden wurde. Wir sprachen mit dem Bundestagsabgeordneten über die Abstimmung.

„Es war eine ganz besondere Sitzung, das bringt schon das Thema mit sich“, sagte Güntzler. Der Christdemokrat hatte wenige Minuten zuvor für den Entwurf von Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD) – wie übrigens auch der Göttinger SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann – gestimmt. Der Entwurf verbietet eine organisierte, geschäftsmäßige Hilfe oder Förderung bei der Selbsttötung. Der Antrag fand die Mehrheit im Bundestag.

Andere hätten sich eine progressivere Herangehensweise gewünscht. Nicht so Fritz Güntzler: „Das hätte dem Missbrauch mehr Möglichkeiten eingeräumt.“

Die namentliche, freie Abstimmung ohne Fraktionszwang machte für Güntzler aber nicht die Besonderheit des letzten Tages der Sitzungswoche aus.

„Mit dem Thema Sterben hatte mehr oder weniger jeder Abgeordnete schon einmal in der Familie oder seinem Umfeld zu tun – die Redebeiträge waren deshalb von einer besonderen Qualität aber auch Sensibilität und allgemeinen Akzeptanz geprägt.“ Man habe förmlich auch gespürt, wie es in den Köpfen der zuhörenden Abgeordneten gearbeitet habe, schilderte der Göttinger die Atmosphäre. „Jeder wusste um die Tragweite des Beschlusses – es ging eben um existenzielle Fragen wie um das Leben und den Tod. Dann wird einem Bundestagsabgeordeten die Tragweite von Entscheidungen extrem bewusst.“

Es war eben kein normaler Arbeitstag im Leben des Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler. Oder doch? Schon am Abend stand eine Podiumsdiskussion in der Heimat auf dem Programm, mit Generalsekretär Peter Tauber im Rahmen des 70-jährigen Bestehens der CDU Göttingen.

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