„20xx – Das Spiel deines Lebens“

Besondere Premiere im Göttinger ThOP: Kein leichtes Spiel mit Überraschung

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Szenenbild aus dem Stück „20xx – Das Spiel deines Lebens“: Die Geschichte soll in mancher Hinsicht sogar spannender als der Fußball sein.

Göttingen. Kein leichtes Spiel hatten die Akteure im Theater im OP (ThOP) bei ihrer Premiere „20xx – Das Spiel deines Lebens“.

Die Aufführung war zeitgleich angesetzt mit dem wichtigen Vorrundenspiel Deutschland – Schweden in der Fußballweltmeisterschaft. Waren deshalb im ThOP-Zuschauerraum viele Plätze unbesetzt geblieben?

Dabei ist die vom Ensemble erarbeitete Geschichte unter der Regie von Marie Hewelt vielleicht sogar spannender als Fußball. Und das Ende ist genauso schwer vorherzusagen.

Die Welt hat einen Atomkrieg überstanden, nur wenige haben überlebt und schotten sich in Göttingen ab. Einmal im Monat öffnen sie ein Stadttor. Nach dem Prinzip von „Deutschland sucht den Superstar (DSDS)“ bekommen drei aus dem zerstörten Umland die Chance, sich einen Platz im „Paradies“ zu erkämpfen. Mathilde, Franzi und Wilhelm stehen an diesem Abend auf der Bühne.

Schon beim von der Moderation (aus dem Off stimmungsmachend: Rebecca Di Susi) professionell angeleiteten Warm-Up für den Applaus zeigt das Publikum: Es will alles geben, von zurückhaltendem Beifall bis zu Gejohle.

„Gemeinsam können wir Göttingen retten“, diesen Appell richtet der sachliche Wilhelm (Sebastian Schäufele) an die Menge. Die Stadt sei von einem „wütenden Mob“ umgeben, der die Ordnung dort zerstören wolle. Mit seinen Erfahrungen aus der Wildnis will der Freiherr bei der Verteidigung der Stadt helfen. Zum Running Gag wird sein umständlich langer Name.

Die Sängerin Mathilde (Viva Marie) animiert das Publikum, sich wie Pflanzen im Ozean zu biegen und zu Stimmübungen. Als Franzi (Lina Schöne) ihren Youtube-Kanal vorstellt, – etwas ausufernd, meint wohl die Moderatorin – wird ihr kurzerhand der Ton abgeschnitten.

Bei sechs „Challenges“ müssen die Kandidaten viel von sich zeigen. Es gilt, sich in Gemeinschaftskunde nach dem Motto „Was würden die Göttinger sagen?“ und in Wettkämpfen zu beweisen, die an einen Kindergeburtstag erinnern. „Anspruchsvoll“ findet Franzi die Aufgabe, den Blickkontakt des Gegenübers über fünf Minuten zu halten. Mit einem Gespräch über ihre Situation verkürzen sich Franzi und Wilhelm die Zeit. Ihre Auseinandersetzung endet unentschieden.

Dass Deutschland ein solches Unentschieden gegen Schweden gerade noch verhindern kann, können die Zuschauer nach einer Stunde im ThOP sogar noch live miterleben. Vorher geben sie begeisterten Premieren-Applaus. Wer das „Spiel des Lebens“ gewinnt, sei an dieser Stelle nicht verraten.

Weitere Aufführungen gibt es am 27. Juni und 3. Juli jeweils um 20.15 Uhr. Karten sind per E-Mail unter theaterkarten@gmail.com oder per Telefon unter 0551/397077 erhältlich. (zul) www.thop.uni-goettingen.de

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