Besonderer Titel: BBS II ist jetzt „Schule ohne Rassismus“

Schule ohne Rassismus: Die Berufsbildenden Schulen II in Göttingen tragen jetzt den besonderen Titel. Die jungen Mitglieder einer Sprachlernklasse freuten sich mit Landkreis Bernhard Reuter (vorn, Mitte), dem kommissarischen Schulleiter Guido Alborn (links daneben) und Claudia Schanz (rechts) vom Kultusministerium. Foto: Schlegel

Göttingen. Die Berufsbildenden Schule II in Göttingen sind ab sofort eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Den Titel erhielt die Einrichtung des Landkreises während einer Feierstunde.

Landrat Bernhard Reuter hat die Patenschaft übernommen. Er betonte, dass sich eine ganz große Mehrheit von Schülern und Lehrern für die Bewerbung ausgesprochen habe. Im Vorfeld der Verleihung des Titels gab es verschiedene Aktionen. So wurden im Rahmen der Sprachausbildung der Balkon der Cafeteria neu gestaltet. Es entstanden Bänke für den Außenbereich. Dort kann Unterricht im Freien stattfinden. Dafür entstanden in der Fachpraxis Bautechnik die benötigten Betonsockel, im Metalltechnik-Unterricht wurden die passenden Unterkonstruktionen geschweißt.

In der Holzwerkstatt wurden die Sitzflächen bearbeitet. Alle Teile wurden abschließend in der Malerwerkstatt beschichtet. Außerdem haben die Schüler der Sprachlernklassen, die unter anderem aus Afghanistan, Eritrea und Bulgarien kommen, Begriffe gesammelt, die sie mit ihrem Leben in Deutschland verbinden. So wurden unter anderem die Worte Freiheit, Liebe, Respekt, Freizeit und glücklich sein eingefräst und zieren jetzt die einzelnen Bänke. Zusätzlich wurden die Balkonkästen mit ausgewählten Kräutern und Duftpflanzen bestückt.

Außerdem schilderten die jungen Migranten ihre Gedanken und Ansichten zu dem Projekt. „Wir sind zufrieden mit unserer Schule. Wir haben viel gelernt“, sagt ein Schüler der Sprachlernklasse.

Landrat Reuter machte zudem deutlich, dass die Einrichtung mit dem Titel auch eine Verpflichtung eingeht. Diese lautet: An dieser Schule wird niemand diskriminiert. Die Urkunde mit dem offiziellen Titel überreichte Claudia Schanz vom Kultusministerium. Sie schraubte mit Reuter das offizielle Schild an.

Auch andere Schulen im Landkreis Göttingen traten inzwischen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dazu gehören in Göttingen die Berufsbildenden Schulen Ritterplan, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule und die Erich-Kästner-Schule sowie die Berufsbildenden Schulen und das Grotefend-Gymnasium in Hann. Münden.

Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde 1995 in Berlin ins Leben gerufen. Deutschlandweit tragen etwa 1700 Schule den Titel.

www.schule-ohne-rassismus.org

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