Förderung der Kultur in Südniedersachsen

Besser Gießkanne als Gartenschlauch – Landschaftsverband fördert Kultur

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Geförderte Kultureinrichtungen: Das JungeTheater (JT) und Kulturzentrum KAZ im Otfried-Müller-Haus profitierten auch vom Landschaftsverband und dessen Geldzuwendungen.  

Göttingen. Ob Göttinger Symphonie Orchester (GSO) oder Mini-Filmprojekt in Hemeln: Der Landschaftsverband Südniedersachsen pflegt Pflanzen und Pflänzchen in der Region.

Man könnte meinen, der Landschaftsverband Südniedersachsen würde sich kraft Namens um den Erhalt von Landwirtschaft und Natur kümmern. Nein, stattdessen dient er der Förderung von Kultur und vergibt Zuschüsse für Kulturprojekte unterschiedlichster Art und Größe in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Holzminden sowie in Alfeld, Seesen und Clausthal-Zellerfeld.

„Die Kulturlandschaft in unserer Region ist aber auch so eine Art Ökosystem“, sagt Olaf Martin, der Geschäftsführer des Verbandes. „Wir versuchen, dessen Stabilität im Ganzen im Blick zu behalten.“

So sei es laut Martin nicht damit getan, an ein paar Stellen einen dicken Wasserstrahl hinein zu halten. Vielmehr gehe es um die wohldosierte Verwendung der Gießkanne mit dem Inhalt Fördergeld. „Das ist langfristig wirkungsvoller“, sagt Martin.

Unter den Geförderten befinden sich große Namen wie Göttinger Symphonie Orchester oder die Gandersheimer Domfestspiele. Aber der Landschaftsverband unterstützt auch kleinere kulturelle Aktivitäten wie das Filmprojekt eines Vereins in Hemeln, der Kulturmühle in Buchhagen oder des Domino-Theaters in Uslar, das 8000 Euro erhielt. Weitere Beispiele: Das Rockbüro der Göttinger Musa erhielt 2180 Euro und das Plattdeutschforum Südniedersachsen zur Vereinsgründung 4500 Euro.

Die Höhe der Zuschüsse liegt zwischen 1000 und 10.000 Euro. Bisher hat der Landschaftsverband für 2017 Zuschüsse von insgesamt 338.680 Euro vergeben. Es hätte sogar mehr sein können, denn Anträge gibt es genügend: „Wir lehnen etwa die Hälfte der eingehenden Förderanträge ab.“ Die Auswahl erfolgt nach Förderkriterien vorgenommen, die veröffentlicht werden. Für 2017 ist jedenfalls noch Restgeld vorhanden.

Anträge können immer zum Ende eines Quartals eingereicht werden, das Ausfüllen von Formularen ist nicht erforderlich. „Vor allem für Erstantragsteller ist aber zuerst ein Kontakt mit uns per E-Mail oder Telefon zu empfehlen. Das erspart oft Arbeit oder auch falsche Hoffnungen“, gibt Martin noch einen Tipp.

Der Landschaftsverband Südniedersachsen wird getragen von den Landkreisen und Städten in Südniedersachsen. Er bekommt sein Geld von diesen Kommunen, dem Land Niedersachsen und aus einer regelmäßigen Spende der VGH Versicherungen. Neben der Zuschussvergabe ist er in der Museumsberatung aktiv und bietet das Gutscheinheft „Kulturbonus“ sowie das „AZUBI-Kulturticket“ an.

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