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In Göttingen entstehen 200 neue Wohnungen in schöner Lage

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Von: Thomas Kopietz, Michael Caspar

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Gruppenfoto bei der EBR-Grundsteinlegung für neue Wohnungen.
Baubeginn an der Zimmermannstraße: Weendes Bürgermeister Hans-Albert Ludolph (von links), Daniela Rafie Elizei (EBR), Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, Dagmar Sakowsky (Bauausschuss), Sven Fischer (Sparkasse) und Architekt Mehdi Moshfeghi bei der Grundsteinlegung der EBR-Gebäude. © Michael Caspar

Göttinger Entwickler EBR und Cubus bauen ein großflächiges Quartier in Top-Lage in Göttingen. Für EBR erfolgte nun der erste Spatenstich.

Göttingen – Gute Wohnlage: Am Ende der Sackgasse Zimmermannstraße, oberhalb von Uni-Klinkum und Uni-Sportinstitut sowie unterhalb des Klausberges wird das Quartier um 200 Neubau-Wohnungen erweitert. Die Projekte der Göttinger Unternehmen Cubus GmbH und EBR Immobilien umfassen je fünf Häuser.

110 Wohnungen in fünf Gebäuden baut die EBR bis Ende 2024. Das Unternehmen investiert dort rund 30 Millionen Euro und stellte das Projekt bei der Grundsteinlegung am Dienstag, 21. Juni, vor.

In Göttingen entsteht ein Quartier mit 200 neuen Wohnung unterhalb des Klausberges

Von einem „steinigen Weg“ bis zur Erteilung der Baugenehmigung im März diesen Jahres, sprach EBR-Gesellschafterin Daniela Rafie Elizei bei der Grundsteinlegung. Seit 2016 hat sich der Rat der Stadt Göttingen mit der Bebauung des Areals befasst. „Interessierte Investoren mussten sich mit ihren Konzepten bewerben“, berichtete Göttingens Oberbürgermeisterin, Petra Broistedt (SPD). 2018 gab es ein öffentliches Beteiligungsverfahren, um Wünsche und Anregungen der Bürger in den Planungen zu berücksichtigen.

Baustelle: Hier entstehen neue Wohnungen.
Riesen-Baugrube: Die Cubus GmbH baut unterhalb des Klausberges und oberhalb von Uni-Klinikum und Uni-Sportgelände in gehobener Wohnlage fünf Häuser mit etwa 90 Wohnungen. Fertigstellung 2023. © Tom Hennigs

Die EBR bekam unter anderem deswegen den Zuschlag, weil sie 15 Prozent sozialen Wohnungsbau und weitere 15 Prozent mietreduzierte Wohnungen plant, führte Broistedt aus. Diese Wohnungen sind über den gesamten Baukomplex verteilt. Um das Miteinander zu fördern, wird es einen 80 Quadratmeter großen, gemeinschaftlich genutzten Veranstaltungsraum geben.

„Die Gebäude sind so ausgerichtet, dass sie den Kaltluftzustrom in die Innenstadt nicht unterbrechen“, betonte die Oberbürgermeisterin. Um das zu gewährleisten, entschied sich Architekt Mehdi Moshfeghi vom Hamburger Büro Fehlig Moshfeghi Architekten gegen einen Häuserriegel. Stattdessen entstehen nun fünf Einzelgebäude mit jeweils fünf Stockwerken. Obere Bewohner blicken ins Leinetal und – über den Göttinger Wald hinweg – bis zum Roringer Berg.

Neue Wohnungen in Göttingen: Fünf Einzelgebäude mit jeweils fünf Stockwerken

„Die Punktbebauung verringert die Flächenversiegelung“, führte der Architekt aus. Dadurch kann mehr Regenwasser im Boden versickern. Bürger hatten über die Rodung der mit jungen Bäumen bestandenen Fläche geklagt. „Einen Ausgleich verschafft die Begrünung der Dächer“, hielt EBR-Gesellschafterin Rafie dagegen. Zudem seien auf dem Areal Stadtwäldchen (tiny urban forests) vorgesehen. Für die Kinder sollen drei kleine Spielplätze entstehen.

Dr. Dagmar Sakowsky, die stellvertretende Vorsitzende des städtischen Bauausschusses, lobte, dass die EBR trotz eines 30-Prozent-Anteils von günstigem Wohnraum den hohen KfW-40-Effizienzhaus-Standard einhält. Das Quartier, das an das Fernwärmenetz angeschlossen ist, verfügt zudem über ein Mobilitätskonzept inklusive. Bike- und Carsharing-Angebote. Dadurch muss der Investor für die 110 Wohnungen nur 77 Parkplätze vorhalten – 29 davon in einer Tiefgarage.

„Wir finanzieren das Projekt gemeinsam mit der Kreis-Sparkasse Northeim“, teilte der Göttinger Sparkassenvorstand, Sven Fischer, mit. Eine Herausforderung sind die Baukosten, die das Investitionsvolumen seit Planungsbeginn um zehn Prozent steigen ließen, so EBR-Geschäftsführer Borzou Rafie Elizei.

Neue Wohnungen in Göttingen: Noch keine Angaben über tatsächliche Mietpreise

Über die tatsächlichen Mietpreise bei Einzug wurden bei dem Pressetermin keine Angaben gemacht.

Mit dem Bauprojekt will die Stadt ihrem Ziel näher kommen, 5.000 zusätzliche Wohnungen bis zum Jahr 2030 in Göttingen zu schaffen, sagte Weendes Ortsbürgermeister Hans-Albert Ludolph (SPD).

Auf der anderen Seite der Baustraße sind die Bauarbeiten bereits weiter fortgeschritten, Fundamente und Stützwände in einer riesigen Grube sind zu sehen, auch erste Teile von Etagen. Es sind die massigen Vorboten für fünf „Gründerzeit-Villen“ mit „Gründerzeit-Wohnungen“ von zwei bis fünf Zimmern wie der Bauherr Cubus GmbH dort baut – in direkter Nachbarschaft von sechs meist von Studenten bewohnten Wohnblöcken, die ebenfalls der Cubus GmbH gehören.

Die neuen Häuser bekommen eine Tiefgarage, werden in KFW-55- und KFW 40-Plus-Standard gebaut, mit E-Mobilitätslösungen. Alle Wohnungen werden mit Balkon oder Terrasse in Süd-West-Ausrichtung konzipiert.

Die Cubus-Häuser sollen ebenfalls im Jahr 2023 fertig sein.

Derweil löste das Thema in sozialen Netzwerken eine rege Diskussion an. Einige Kritikübenden monierten, dass die Mietpreise immer noch viel zu hoch - vor allem für Familien - seien.

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