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Betriebsräte von Unternehmen aus Südniedersachsen tauschten sich untereinander aus

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Von: Bernd Schlegel

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Empfang für Betriebsräte: Dazu hatten Agnieszka Zimowska (links), Regionsgeschäftsführerin des DGB Südniedersachsen-Harz und Gewerkschaftssekretärin Marlene Seyfried den Arbeitsrechts-Experten Tobias Walkling eingeladen.
Empfang für Betriebsräte: Dazu hatten Agnieszka Zimowska (links), Regionsgeschäftsführerin des DGB Südniedersachsen-Harz und Gewerkschaftssekretärin Marlene Seyfried den Arbeitsrechts-Experten Tobias Walkling eingeladen. © Bernd Schlegel

Betriebsratsmitglieder solle künftig zu einem Abend eingeladen werden, bei denen sich die Vertreter der Belegschaft von Unternehmen untereinander austauschen können – so der Deutsche Gewerkschaftsbund in Südniedersachsen.

Göttingen – Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Südniedersachsen (DGB) will eine Tradition begründen: Künftig sollen Betriebsratsmitglieder so einem Abend eingeladen werden, bei dem sich die Vertreter der Belegschaften der Unternehmen untereinander austauschen können.

Damit es reichlich Stoff zur Diskussion entstand, hatten Agnieszka Zimowska, DGB-Regionsgeschäftsführerin Südniedersachsen-Harz, und Gewerkschaftssekretärin Marlene Seyfried den Arbeitsrechtsexperten Tobias Walkling eingeladen.

Er ist im Hauptberuf Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht in Hannover und erläuterte aus seiner Sicht die arbeitsrechtlichen Vorhaben, die im Vertrag der Ampel-Koalition stehen. Mit Blick auf das Thema Arbeitszeit sieht er Bedarf für eine kritische Begleitung.

„Der Mensch braucht Ruhezeiten, um langfristig gesund zu bleiben.“

Zwar wolle die Koalition grundsätzlich an einem Acht-Stunden-Tag festhalten. Allerdings könne es künftig bei der anschließenden garantierten Ruhezeit nach der Arbeit Öffnungsmöglichkeiten geben. Er sieht dadurch eine Gefahr für den Arbeits- und Gesundheitsschutz von Beschäftigten.

„Der Menschen braucht Ruhezeiten, um langfristig gesund zu bleiben.“ Außerdem machte Walkling deutlich: „Meistens scheitern flexible Arbeitszeitmodelle daran, dass die Personaldecke zu dünn ist.“

Aus seiner Sicht kann der Knappheit von Fachkräften nicht dadurch behoben werden, dass die Belastungen für die vorhandenen Fachkräfte verstärkt wird.

Scharfe Kritik an Mini-Jobs: Mögliche Gefahr für spätere Altersarmut

Kritisch hinterfragte Walkling auch die vorgesehene Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro je Stunde. Er sieht mit Blick auf die galoppierende Inflation einen baldigen Bedarf für eine weitere Erhöhung des Mindestlohns.

Scharfe Kritik übte Walkling an den Mini-Jobs. Er sieht darin unter anderem eine Gefahr für eine spätere Altersarmut. Kritik übte der Arbeitsrechtsexperte an der FDP. Oft scheiterten Verbesserungen im Bereich der Mitbestimmung an den Liberalen.

Der Austausch soll an diesem Sonntag, 1. Mai, weitergeführt werden. Dann gibt es insgesamt sieben Maiveranstaltungen des DGB in Südniedersachsen. (Bernd Schlegel)

Deutsche Gewerkschaftsbund plant am 1. Mai zahlreiche Aktionen in Südniedersachsen

Zum 1. Mai plant der Deutsche Gewerkschaftsbund in Südniedersachsen zahlreiche Aktionen. Hier ein Überblick:

Göttingen: 11 Uhr Demonstration ab Platz der Synagode; 12 Uhr Maikundgebung auf dem Albaniplatz (Mairede: Kalle Kunkel von Verdi); Musik: Sundaze (Rock, Pop und Soul).

Northeim: 11 Uhr Maikundgebung auf dem Münsterplatz (Mairede: Sascha Rossmann, IG Metall); Musik: Kartin Stallmann Trio mit Volker Tennstedt (Gitarre) und Dirk Hartmann (Cajon).

Uslar: 11 Uhr Maikundgebung auf dem Rathausplatz mit Aufstellen des Maibaums (Mairede: Manfred Zaffke, IG Metall), 12.45 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Heraus zum 1. Mai – Maifeiern im Weserbergland zwischen Volkskultur und Arbeiterbewegung“.

Einbeck: 11 Uhr Maikundgebung auf dem Marktplatz (Mairede: Holger Westphal, GEW); Musik: Band George.

Infos unter suedniedersachsen-harz.dgb.de

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