Landgericht verteilt 43-Jährigen

Betrug und Urkundenfälschung: Bewährungsstrafe für Ex-Polizisten

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier fiel das Urteil gegen den 43-Jährigen.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier fiel das Urteil gegen den 43-Jährigen. (Archivbild)

Das Landgericht Göttingen hat am Montag einen früheren Polizisten aus Duderstadt wegen einer Reihe von Straftaten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Göttingen/Duderstadt – Die Kammer befand den 43-Jährigen des Betruges, des versuchten Betruges, der zweifachen Urkundenfälschung sowie des Diebstahls in Tateinheit mit Versicherungsmissbrauch für schuldig. Das Gericht hob damit ein Urteil des Amtsgerichts Duderstadt teilweise auf, das den Angeklagten Anfang 2019 in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt hatte. Der 43-Jährige hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Wäre es beim erstinstanzlichen Strafmaß geblieben, hätte ihm der Gang ins Gefängnis gedroht. Dies bleibt ihm nun erspart: Das Landgericht setzte die neu verhängte Freiheitsstrafe zur Bewährung aus. Als Auflage soll der Angeklagte auch 3000 Euro an den Förderverein für das Kinder- und Jugendhospiz „Sternenlichter“ zahlen. Die Kammer blieb damit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung gefordert hatte. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, hätte dies auch versorgungsrechtliche Folgen: Bei einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr endet das Beamtenverhältnis. Mit dem Verlust des Beamtenstatus hätte der Ex-Polizist keinen Anspruch auf Pensionsbezüge mehr. Stattdessen würde er in der gesetzlichen Rentenversicherung für die Zeit der Dauer des Beamtenverhältnisses nachversichert. Die Rentenansprüche wären deutlich niedriger.

Der Angeklagte hatte alle Vorwürfe vehement bestritten und behauptet, dass einige Personen aus seinem Umfeld ein Komplott gegen ihn geschmiedet und ihm belastende Indizien „untergeschoben“ hätten. Das Gericht hielt aber die Mehrzahl der Anklagepunkte für erwiesen, in den anderen Fällen erfolgte ein Freispruch. So war die Kammer überzeugt, dass der 43-Jährige 2012 versucht hatte, durch einen vorgetäuschten Pkw-Diebstahl Geld von der Versicherung zu erlangen. Tatsächlich habe der Angeklagte das als gestohlen gemeldete Auto verschwinden lassen. Als sich herausstellte, dass die Versicherung nicht zahlen würde, sei das Auto wieder aufgetaucht. Der 43-Jährige habe schon bei Abschluss des Versicherungsvertrages falsche Angaben gemacht und später neue Geschichten erfunden.

Der Angeklagte kündigte an, dass er gegen das Urteil Revision einlegen werde. (Heidi Niemann)

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