24-Jähriger soll sich mit Fälschungen Smartphones verschafft haben

Betrugsdelikte: Ex-AfD-Funktionär in Göttingen vor Gericht

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Prozessauftakt: Ein 24-Jähriger muss sich seit Donnerstag wegen Betrugsdelikten vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten. 

Ein bereits mehrfach vorbestrafter früherer Funktionär der Partei Alternative für Deutschland (AfD) muss sich seit Donnerstag erneut vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen, der vor einigen Jahren Vorstandsmitglied und Schatzmeister des AfD-Kreisverbandes Göttingen/Osterode gewesen war, insgesamt 25 Fälle des gewerbsmäßigen Betruges vor. 

Der gebürtige Göttinger soll Ende 2017 mit gefälschten Handelsregisterauszügen im Namen von Transportfirmen aus der Region Göttingen innerhalb weniger Wochen insgesamt 25 Mobilfunkverträge abgeschlossen haben. 

Da die Verträge auch den Erwerb diverser Smartphones umfassten, erhielt der Angeklagte bei jedem Vertragsabschluss gegen eine meist nur geringe Anzahlung rund 60 hochwertige Geräte. Insgesamt soll dem betroffenen Telekommunikationsunternehmen dadurch ein Schaden von fast 50 000 Euro entstanden sein.

Angeklagter soll Filialen meist am selben Tag besucht haben

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge suchte der Angeklagte meist am selben Tag unterschiedliche Filialen des Telefonanbieters auf, unter anderem in Göttingen, Kassel, Hannover, Berlin, Köln und Northeim.

Das betroffene Telekommunikationsunternehmen ging aufgrund der vorgelegten Handelsregisterauszüge davon aus, dass die betreffenden Transportunternehmen die monatlichen Vertragsgebühren bezahlen wurden. Diese widersprachen jedoch unverzüglich den Lastschriften, so dass die Gebühren nie beglichen wurden.

Nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit auf Antrag des Verteidigers für die Dauer der Vernehmung zur Sache ausgeschlossen. Der Verteidiger hatte geltend gemacht, dass Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich zur Sprache kommen würden, deren öffentliche Erörterung schutzwürdige Interessen seines Mandanten verletzen würde.

24-Jähriger hat bereits eine Jugendstrafe hinter sich

Der 24-Jährige hat schon einige einschlägige Erfahrungen mit der Justiz gesammelt und auch bereits eine längere Haftstrafe in der Jugendanstalt Hameln verbüßt. Bereits 2014 hatte ihn das Amtsgericht Göttingen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. 

Der Angeklagte hatte unter anderem unter Vorlage einer gefälschten Kostenübernahmeerklärung einer Versicherung diverse Nobelautos gemietet und sich als angeblicher Praktikant einer Luxus-Autovermietung im vermeintlichen Firmenauftrag für 1400 Euro bei einem Herrenausstatter in Göttingen einkleiden lassen.

Auch die AfD soll er geschädigt haben: Als damaliger Schatzmeister soll er unberechtigt 6000 Euro vom Konto des Göttinger Kreisverbandes abgehoben haben. Der jetzige Prozess wird Ende des Monats fortgesetzt. 

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