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Betrunken auf dem E-Scooter

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Von: Bernd Schlegel

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Polizeioberrat Niklas Fuchs.
Polizeioberrat Niklas Fuchs. © Privat

E-Scooter sind schnell, flink, leicht zu steuern und stehen an vielen Stellen der Stadt. Keine Wunder, dass sie in immer mehr Unfälle verwickelt sind.

Göttingen – Sie sind klein, flink und leicht zu steuern: E-Scooter sind bei jungen Leuten beliebt. Doch die Fahrzeuge, die in der Regel mit einer Smartphone-App ausgeliehen werden, machen der Polizei im Landkreis Göttingen zunehmend Probleme.

Im Jahr 2019 wurden von den Beamten der Polizeiinspektion Göttingen noch keine Verkehrsunfälle mit dem E-Scootern verzeichnet, ein Jahr später waren es bereits fünf und im vergangenen Jahr sogar schon 28.

Unfälle mit dem E-Scooter: Bei zu viel Alkohol im Blut ist der Führerschein weg

Und nicht nur das: Im vergangenen Jahre insgesamt 17 Fällen waren die Fahrer der E-Scooter die Unfallverursacher (2020: null) – davon standen zwei unter Alkoholeinfluss und einer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Die Anzahl der Verunglückten stieg auf 23 (2020: fünf). Dabei wurden 18 Personen leicht (2020: fünf) und 5 (2020: keiner) schwer verletzt.

Polizeioberrat Niklas Fuchs von der Polizeiinspektion Göttingen macht dazu deutlich: „Unser Eindruck ist, dass E-Scooter oftmals nicht als Kraftfahrzeuge zur Überwindung von Entfernungen, sondern nur zum Freizeitspaß genutzt werden.“

Das macht sich auch bei den Kontrollen bemerkbar: Im vergangenen Jahr haben die Beamten insgesamt 176 E-Scooter-Fahrer festgestellt, die unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol ein solches Fahrzeug genutzt haben, bei sieben von ihnen wurden Werte von mehr als 2,0 Promille festgestellt. Und: Für die Nutzer der E-Scooter gelten die gleichen Promille-Grenzen wie für Autofahrer. Wenn man erwischt wird, ist auch der Autoführerschein weg.

Risiko E-Scooter: Verkehrswacht, Berufsfeuerwehr und Verkehrswacht informieren regelmäßig

Um die Fahrer und Fahrerinnen über die Verhaltensvorschriften und besonderen Gefahren im Straßenverkehr zu informieren, gab es im September vergangenen Jahres bereits eine Präventionsveranstaltung, bei der die Polizei, die Verkehrswacht, die Berufsfeuerwehr, das Rote Kreuz auf dem Marktplatz in Göttingen gemeinsam über die Gefahren informierten.

Weitere Aktionen dieser Art sollen folgen. Fuchs: „Wir werden aber auch mit gezielten Kontrollen daran arbeiten, die Unfälle mit E-Scooter Beteiligung wieder zu verringern.“ (Bernd Schlegel)

Mehrere Verleihfirmen in der Uni-Stadt

Göttingen hat sich zu einer Art heimlichen Hauptstadt für E-Scooter in Südniedersachsen entwickelt. Dort buhlen mehrere Verleihfirmen mit mehreren hundert Fahrzeugen um die Gunst der Nutzer. Das Ausleihe erfolgt über Smartphone-Programme (Apps), und für die Nutzung wird in der Regel eine Grundgebühr (etwa ein Euro) sowie eine Minutengebühr (ab etwa 15 Cent) fällig. Für die Zahlung reicht oft ein PayPal-Konto oder eine Kreditkarte aus. 

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