1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Göttingen: Knasttrio schlägt erneut zu, nachdem es freigekommen ist

Erstellt:

Von: Heidi Niemann

Kommentare

Ein erheblich vorbestrafter Mann aus Göttingen steht nun vor dem Landgericht in Darmstadt. (Symbolbild)
Ein erheblich vorbestrafter Mann aus Göttingen steht nun vor dem Landgericht in Darmstadt. (Symbolbild) © Archiv/Christoph Schmidt/dpa

Ein erheblich vorbestrafter 48-jähriger Mann aus Göttingen steht wegen eines Raubüberfalls mit einstigen Knast-Kumpanen erneut vor Gericht.

Göttingen/Northeim – Ein Mann aus Göttingen, der mehrere Jahre wegen Drogen-, Gewalt- und Raubdelikten im Gefängnis gesessen hat, muss sich mit zwei einstigen Knast-Kumpanen wegen besonders schweren Raubes vor dem Landgericht Darmstadt verantworten.

Die drei Männer sollen im Oktober 2019 einen bewaffneten Überfall auf eine Frau in Bensheim (Hessen) verübt und dabei aus einem Tresor mehr als 20.000 Euro erbeutet haben. Seine beiden mutmaßlichen Komplizen sind ebenfalls einschlägig bekannt: 2021 verurteilte das Landgericht Göttingen die erheblich vorbestraften 56 und 68 Jahre alten Männer wegen mehrerer Raubüberfälle im Raum Göttingen zu langjährigen Haftstrafen und danach zu Sicherungsverwahrung.

Raubüberfall in Göttingen: Die Revision der Göttinger wurde als unbegründet verworfen

Die beiden aus Fallingbostel und Hannover stammenden Männer hatten demnach im Januar 2020 eine Frau in Hetjershausen in deren Villa überfallen und ausgeraubt. Der 56-Jährige habe zudem im November 2017 die Ehefrau eines Unternehmers in Rosdorf (Kreis Göttingen) inderen Wohnhaus überfallen und auszurauben versucht.

Der 56-Jährige erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwölf Jahren, der 68-Jährige eine Gesamtfreiheitsstrafe von elf Jahren. Die Angeklagten hatten gegen das Göttinger Urteil Revision eingelegt, die kürzlich vom Bundesgerichtshof als unbegründet verworfen wurde.

Göttingen: Die am Raubüberfall beteiligten Männer hatten sich im Gefängnis kennengelernt

Schon bei dem Überfall in Hetjershausen hatte die Polizei vermutet, dass auch der 48-jährige Ex-Türsteher aus Göttingen seine Finger im Spiel hatte. Eine Zeugin hatte gesehen, dass einer der später verurteilten Angeklagten in der Nähe des Tatortes aus einem Auto gestiegen war, den die Ermittler dem 48-Jährigen zuordneten.

Auch stellte sich heraus, dass es diverse telefonische Kontakte zwischen den beiden Angeklagten und dem 48-Jährigen gab. Anders als bei den anderen beiden Männern reichten in seinem Fall die Verdachtsmomente aber nicht aus, deswegen wurde das Verfahren gegen den 48-Jährigen damals eingestellt.

Die drei Männer hatten sich im Gefängnis kennengelernt. Ebenso wie seine mutmaßlichen Komplizen ist auch der 48-Jährige vielfach vorbestraft. 2011 verurteilte ihn das Landgericht Göttingen wegen schweren Raubes und unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln zu einer mehrjährigen Haftstrafe.

Göttingen: Angeklagter Mann soll Frauen mit Waffe bedroht haben

Im Mai 2021 – kurz nachdem das Landgericht Göttingen seine einstigen Knast-Kumpanen wegen der Raubüberfälle verurteilt hatte – nahmen Fahnder den 48-Jährigen früheren Türsteher in Nörten-Hardenberg (Kreis Northeim) erneut fest, weil inzwischen gegen ihn ein neuer Haftbefehl wegen des bewaffneten Raubüberfalls in Bensheim vorlag. Der wurde im Oktober 2019 verübt, also in der Zeit zwischen den beiden Raubüberfällen im Raum Göttingen.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Darmstadt sollen sich die drei einstigen Knast-Kumpanen damals gemeinsam von Göttingen aus nach Bensheim begeben haben, um dort in die Wohnung einer Frau einzubrechen und Bargeld aus dem Tresor zu entwenden. Laut eines Justizsprechers hatte der 68-Jährige an der Wohnungstür geklingelt.

Als die Frau öffnete, seien die Angeklagten in die Wohnung eingedrungen. Der 55-Jährige habe die Wohnungsinhaberin sowie deren Mutter und eine Putzkraft mit einem Revolver bedroht. Dann hätten sie die Wohnungsinhaberin gezwungen, einen Tresor zu öffnen. Sie und die Mutter seien bei der Tat verletzt worden. Die Angeklagten hätten die Beute, mehr als 20.000 Euro und Schmuck, später aufgeteilt. (Heidi Niemann)

Erst kürzlich ist es in Kassel zu einem Raubüberfall auf einen Supermarkt gekommen. Die Polizei fahndet weiter nach den Tätern – dazu hat sie ein Video und Fotos des Überfalls veröffentlicht.

Auch interessant

Kommentare