Vorstandschef Rainer Hald sieht Fiskalpolitik kritisch und fordert Solidarität für Terroropfer

Bewegende Momente beim Sparkassen-Neujahrsempfang

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Göttingen. An Tagen wie diesen sind Symbole wichtig: Die Sparkasse Göttingen hat am Dienstagabend bei ihrem Neujahrsempfang ein starkes Zeichen gesetzt.

Schon vor dem Beginn brachte Vorstandsvorsitzender Rainer Hald die Vertreter von Religionen und Konfessionen zusammen: Superintendent Friedrich Selter (Ev. Kirche), Dechant Wigbert Schwarze (Kath. Kirche), Oguz Akdemir, (Imam der türkisch-muslimischen DITIB-Gemeinde) und Jaqueline Jürgenliemk (Jüdische Gemeinde) demonstrierten Einigkeit nach den Terroranschlägen. „Es ist wichtig, dass wir gemeinsam Solidarität bekunden, uns gegen Extremismus und Terrorismus stellen und für Glaubensfreiheit, Pressefreiheit und die freie Meinungsäußerung einsetzen“, sagte Hald beim Neujahrsempfang , der unter dem Motto Bewegung stand.

In seiner fiskalpolitischen, zunächst auf die Welt- und Europapolitik ausgerichteten Rede kritisierte Hald die Null-Zins-Politik, sie führe zu einer „Ertraglosigkeit des Ersparten“ und schaffe ein Problem für Rechtschaffene und Sparer. Hald wunderte sich darüber, warum das so wenig bemängelt und stattdessen weggeschwiegen wird. Sorgen bereite auch die politische Lage mit den Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Russland jedenfalls sei unkalkulierbar. Eine Fiskalpolitik, geprägt durch ein Gelddrucken und Niedrigstzinsen aber könne beeinflusst werden. Passiere das nicht, sei das für Europa problematisch. Auch den Preiskampf zwischen „alten und neuen Förderstaaten um das Erdöl sieht Hald kritisch.

Zunächst profitierten davon Verbraucher und produzierende Industrie. Häufig aber sei ein niedriger Ölpreis auch Vorbote einer Wirtschaftskrise gewesen. Positiv fiel der Rückblick auf regionale Projekte aus. Rainer Hald erwähnte dabei Erfolge in Forschung, bei Ausbildungsinitiativen der Kreishandwerkschaft und weiteren der mehr als 400 von der Sparkasse Göttingen geförderten Vorhaben. Die Sparkasse hatte vorab einen bewegten Abend versprochen, der es dann auch wurde – dafür sorgte schon der ungewöhnliche und symbolkräftige Auftakt. Beweglich zeigte sich auch Christoph Huber vom Theater Stille Hunde. Als Fußballtrainer amüsierte er das Publikum, zog Parallelen zwischen Fußball und Sparkasse: Letztere habe ja mit der Jugend-Filiale S-Spot praktisch die Meisterschaft geholt. Und dort bedienten ja quasi ein Götze und Reuß die Kunden. „Reuß übernimmt das Thema Führerscheinkonto.“

Den Ball nahm dann das Göttinger Symphonie-Orchester auf: Chef Christoph-Mathias Mueller meisterte den Übergang von der Schweigeminute zum GSO-Auftritt mit Feingefühl, führte charmant durch das Programm, das sich am Abendthema Bewegung orientierte: Bewegte Bilder, Filme, lieferten den leichten Musikstoff, der mit wunderbar gespielte Werke auch aus „Pretty Woman“, „Der mit dem Wolf tanzt“ und „Batman – the Dark-Knight“ Applausstürme verursacht. Und dann wurde es spät für viele Besucher, bei Bier, Wein und Häppchen.

Sparkassen-Neujahrsempfang in Göttingen

Von Thomas Kopietz

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