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Vater brutal getötet: Acht Jahre Freiheitsstrafe für Göttinger – BGH bestätigt Urteil

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Von: Heidi Niemann

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Ein 28-jähriger Mann aus Göttingen bringt seinen Vater auf brutale Art um. Der Bundesgerichtshof bestätigt das Urteil des Landgerichts: acht Jahre Freiheitsstrafe.

Göttingen – Es bleibt dabei: Ein 28-jähriger Mann aus Göttingen, der erst seinen Vater getötet und anschließend Feuer gelegt haben soll, ist des Totschlags schuldig und muss deshalb eine Freiheitsstrafe von acht Jahren verbüßen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jetzt die Revision gegen ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Göttingen verworfen. Die Schwurgerichtskammer hatte den 28-Jährigen im April dieses Jahres wegen Totschlags verurteilt. Gegen dieses Urteil hatten die beiden Nebenkläger Revision eingelegt.

BGH bestätigt Urteil des Landgerichts Göttingen: acht Jahre Freiheitsstrafe für 28-Jährigen

Bundesgerichtshof
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil des Landgerichts Göttingen bestätigt: Ein 28-jähriger Göttinger, der seinen Vater getötet haben soll, ist des Totschlags schuldig und muss eine Freiheitsstrafe verbüßen. (Symbolbild) © Uli Deck/dpa

Sie wandten sich unter anderem dagegen, dass der 28-Jährige nicht auch wegen besonders schwerer Brandstiftung verurteilt worden war. Der BGH hielt die Revision jedoch für unzulässig beziehungsweise für unbegründet (Aktenzeichen 6 StR 392/22).

Mit seinem Urteil war das Landgericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinausgegangen, die eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren gefordert hatte. Außerdem ordneten die Richter an, dass der Angeklagte zur Therapie seiner Drogensucht in einer Entziehungsanstalt untergebracht wird. Zuvor sollte er allerdings fünf Monate der Haftstrafe absitzen.

Wegen Totschlags verurteilt: Göttinger hatte eigenen Vater auf brutale Weise getötet

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn gestanden, im Mai vergangenen Jahres seinen Vater in dem gemeinsam bewohnten Haus im Göttinger Buchenweg getötet zu haben. Da er zur Tatzeit unter Drogen gestanden habe, könne er sich jedoch an keine Einzelheiten erinnern.

Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Dort wurde der 65-Jährige verurteilt. Archi
Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Dort wurde der 28-Jährige verurteilt. (Archivbild) © Bernd Schlegel

Das Gericht hielt es für erwiesen, dass der 28-Jährige im Verlauf eines Streits auf den ihm körperlich unterlegenen Vater losgegangen war. Er habe diesen in den Schwitzkasten genommen, ins Wohnzimmer gezerrt und ihm dort eine Rumflasche auf den Kopf geschlagen, so dass dieser zu Boden ging.

Anschließend habe er sich mit den Knien auf dessen Brustkorb gesetzt und dem 59-Jährigen mit einem Inbusschlüssel viermal mit großer Wucht in die linke Halsseite gestochen, danach hab er ihm mit einer Schere ein Auge herausgeschnitten.

Angeklagter Göttinger goss Reinigungsmittel über Leichnam aus und legte Feuer

Später habe der Angeklagte an verschiedenen Stellen im Haus sowie über dem Leichnam Reinigungsmittel ausgegossen und angezündet, danach habe er sich entfernt. Einen Tag später nahm die Polizei den 28-Jährigen fest.

Ein Zeuge hatte damals in dem Wohnhaus Qualm bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Als die Feuerwehrleute eintrafen, entdeckten sie jede Menge Qualm und einige angekokelten Türzargen. Im Wohnzimmer fanden sie dann den 59-Jährigen in einer großen Blutlache auf dem Fußboden.

Ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Nach Angaben eines Gerichtsmediziners war der 59-Jährige infolge der massiven Gewalteinwirkung und des Blutverlustes verstorben. (pid)

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