Biersommeliers: Göttinger haben Liebe zum Bier zum Beruf gemacht

Blumige Zitrusnote: Elmar Deden und Martina Roewer, beide Biersommeliers, testen ein Bier, das sich durch Hopfen und Jasminblüten auszeichnet. Foto: Müller

Göttingen. „Wir müssen nicht jedes Bier mögen. Aber wir sollten erkennen, ob es ein gutes ist oder nicht", sagt Elmar Deden. Der 33-Jährige und seine Geschäftspartnerin Martina Roewer sind ausgebildete Biersommeliers.

In ihrem Geschäft „Bottles" in Göttingen bieten sie 250 verschiedene Sorten Craft-Bier an. Langsam schenken Elmar Deden und Martina Roewer das Bier in ein Glas, schwenken es, bis sich der Schaum entfalten konnte, riechen am Bier und lassen es sich auf der Zunge zergehen. Neben dem Verkosten von Bier haben die beiden während ihrer Ausbildung zum Biersommelier viel über Herstellungsprozesse und Bierstile gelernt. „Dieses Wissen ist für uns die Basis zum Beraten“, sagt Roewer.

Viele Aromen in Craft-Bier

In ihrem Geschäft verkaufen sie seit vier Monaten Craft-Beer, um Kunden professionell beraten zu können, machten sie eine Ausbildung in Österreich. „Wir wollten die Feinheiten herausarbeiten“, erzählt Deden. Am Craft-Bier gefällt ihnen, dass es so viele Aromen abdecken kann. „Es kann bitter, süß und malzig schmecken“, sagt Roewer. Es sei ein ehrliches Produkt in dem im Gegensatz zu industriellem Bier keine Konzentrate verwendet würden.

Am besten schmecke Bier aus dem Glas: „Im Glas lassen sich Farbe und Kohlensäure erkennen. Das Aroma kann sich komplett entfalten“, erklärt Deden. Zudem sei es aus einem Glas leichter zu trinken. „Dann merkt man, dass Hopfen nicht nur bitter schmeckt.“

Welches Glas zu welchem Bier passt und zu welchem Essen ein bestimmtes Bier am besten getrunken werden sollte, können die beiden ihren Kunden dank der Ausbildung ganz genau erklären. Mit Geduld beraten sie Kunden, die sich mit Craft-Bier nicht auskennen, sprechen Empfehlungen aus und geben ihr Wissen weiter. „Wir wollen erklären, was Hopfen und Malz mit dem Bier machen“ sagt Deden.

Angefangen mit 150 Sorten, finden Interessierte bei ihnen inzwischen etwa 250 verschiedene Typen, fast alle davon haben die Biersommeliers selbst getestet. In ihrem Geschäft „Bottles“ sind alle Biere nach verschiedenen Stilen sortiert, sie bieten neben Bieren mit Biolandzertifikat auch solche aus Hawaii und Japan an. Besonders beliebt sei belgisches Bier, erzählt der 33-Jährige.

Ob das Reinheitsgebot Vorteil oder Hindernis ist, darüber sind sie sich allerdings nicht einig. „Manche Brauereien ruhen sich darauf aus. Dabei sagt das Reinheitsgebot nichts über Zutaten aus“, erzählt Roewer. Deden glaubt, dass der Reinheitsgedanke bei Craft-Bier erst wieder richtig aufgenommen werde. Bei Craft-Bier würden keine Mittel genutzt, um beispielsweise die Gärung zu beschleunigen, zum Brauen nur natürliche Zutaten verwendet, sagt er. „Reinheit kann auch Überzeugung sein.“

• Bottles: Lange-Geismar-Straße 55, Göttingen, Tel. 0 551/499 66 900 oder per Mail an info@bottles-goettingen.de

Bier aus natürlichen Zutaten

Bei Craft-Bier handelt es sich ursprünglich um „handwerklich“ gebrautes Bier. Dabei geht es um geschmacksintensive Biere, die aus hochwertigen Zutaten gebraut wurden. Neben bekannten Sorten wie Pils und Weizenbier gibt es beim Craft-Bier auch Typen die mehr Malz enthalten. Außerdem werden keine Konzentrate verwendet. Craft-Biere sind teurer als industriell gebraute Biere. Zwischen 2,50 und 3, 50 Euro kostet eine Flasche im Geschäft von Deden und Roewer. Diese Biere werden nicht haltbar gemacht, hopfenbetontes Craft-Bier ist etwa drei bis sechs Monate haltbar, sehr dunkles Bier über Jahre hinweg. (chm)

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