Auftritt von Foreigner nicht umzusetzen

Bilanz zum KWP-Open-Air Rock im Wald: Starke Bands, volle Tanzfläche

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Wunderbare Song-Auswahl, Top-Sänger und -Musiker: Sascha Münnich und G-Fonics bei „Musik im Wald“, dem KWP-Open-Air in Göttingen.  

Es war wieder das Größte im Göttingern Kultursommer, das Open-Air im Kaiser-Wilhelm-Park „Rock im Wald“. Wir ziehen eine Bilanz der Veranstaltung.

Die Veranstaltung wird nächstes Jahr zum 30. Mal stattfinden. Dann allerdings wird nicht mehr die Frau dafür verantwortlich zeichnen, die die Veranstaltung von der Programmgestaltung über die Sponsorenbetreuung und letztlich die Gesamtfinanzierung praktisch vom Baby- bis ins Erwachsenenalter begleitet hat: Margot Blotevogel vom Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen. Sie geht in Ruhestand.

Abschied auf der Bühne

Was das bedeutet, darauf hatte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler schon bei der Programmvorstellung hingewiesen: Die Existenz des Festivals sei über viele Jahre zu einem großen Teil Blotevogels Einsatz zu verdanken gewesen. So lud Köhler die erkrankte Margot Blotevogel noch einmal auf „ihre“ Bühne in der prächtigen Wald-Arena, es gab Blumen und lobende Worte, auch von der Verabschiedeten für ihre Mitstreiter in der Abteilung bis zu den Kollegen vom Bauhof, die den KWP über die Jahre zu einem Schmuckstück gemacht hätten. Mehr sei dort nicht herauszoholen. Die Verpflichtung von mancher Top-Gruppe sei nicht möglich gewesen.

Foreigner ging nicht

So wollte Blotevogel in diesem Jahr die Kult-Band Foreigner in den Wald holen, deren Management wollte aber eine noch größere Bühne als normalerweise vorhanden. „Da hätten wir Bäume fällen müssen, das machen wir nicht.“

Sie wünschte sich, dass die Sponsoren, meist aus dem Kontakt zu ihr gewachsen, an Bord bleiben. „Ohne Sie gäbe es dieses Festival nicht“, sagte auch OB Köhler.

Denn: Im Gegensatz zum NDR-Soundcheck-Festival hatte das KWP-Open-Air kein festes Budget. Jetzt aber wird es fixes Geld aus dem Haushalt bekommen, dafür hatte Margot Blotevogel lange gekämpft.

Starke Mischung

Zurück zum Programm: Das KWP-Open-Air hat die Programmmacherin Blotevogel noch einmal bestätigt: Die Mischung zwischen Nachwuchsbands, starken regionalen Musikern, aufstrebenden internationalen Künstler und schließlich großartigen Headlinern passt.

Müde Kinder

So warteten am Samstag auch Kinder auf den Auftritt vonMichael Patrick Kelly, der um 23 Uhr begann. Einige schafften es nicht, schliefen ein. Aber trotz Wunsch des Veranstalters wollte das Kelly-Management einen Auftritt um 21.30 Uhr nicht. „Schade“, bedauerte Kerstin Bornemann, die im Fachbereich die Öffentlichkeitsarbeit für das Open-Air macht.

Super Sänger: Ivan Peroti von der holländischen Band „Sven Hammond beim KWP-Open-Air 2018.

Dann wäre die starke holländische Kombo Sven Hammond um den stimmgewaltigen Sänger Ivan Peroti und druckvoll-tanzbarer Musik ein prima Abschluss – für die Älteren im Publikum gewesen.

Volle Tanzfläche

So war es am Freitag: Nach dem vorzüglichen Gig von „Dire Straits Experience“ sorgte Lokalmatador und Soul-Röhre Sascha Münnich samt achtköpfiger Truppe G-Fonics mit Anna Maria Schmidt, Jana Fall, Fabian Haller, Christine Paulus, Wulf Winkelmüller, Mick Scharf, Sebastian „Gomez“ Albert und Tobias Lammersfür eine volle Tanzfläche vor der Bühne, bis zum Ende gegen ein Uhr.

Starke Regional-Bands

Hervorragend waren auch die Auftritte der Bands aus der Region: Unts (Ulf Reitzenstein, Andy Twele, Stefan Puntke und Tom Dyba), Kyles Tolone mit Eric Pulverich, Johann Giertz, Daniel Mau und Jan Fischer sowie Wasted Act.

Prima Band aus Göttingen: Kyles Tolone ist auch gerade auf CD-Präsentationstour.

Dass der Park zwei Mal ausverkauft war, kann als erfreulicher Fingerzeig gelten: Das KWP-Open-Air hat treue Fans und junge Freunde. Die Messlatte für die Nachfolger Blotevogels liegt hoch, umwälzende Konzeptänderungen sind nicht nötig. Unterstützung werden sie gebrauchen können. 

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