Thema im Ausschuss

Bis 2040 sollen in Göttingen nur noch Elektrobusse fahren

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Haltestelle Markt in Göttingen: Noch sind in Göttingen Dieselbusse unterwegs. Sollte - wie politisch gewünscht - der Einsatz von Elektrobussen kommen, dann würde das für Verkehrsgesellschaft, die Stadt und die Kunden teuer.

Göttingen. Spätestens bis 2040 sollen alle Busse der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) mit E-Antrieb unterwegs sein, was aber teuer werden wird.

Damit soll ein Beitrag zur Entlastung der Luft von Schadstoffen geleistet werden. Das wünschte sich der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität einstimmig in seiner Sitzung.

Unberücksichtigt sind bei diesem Votum die Kosten. Sie sollen in der nächsten Finanzausschusssitzung am Dienstag, 20. Juni, debattiert werden. Die Investitionen für eine batteriebetriebene Busflotte sind beträchtlich: Sie werden auf etwa 38,2 Millionen Euro geschätzt. Für Dieselbusse würden im selben Zeitraum 16,3 Millionen Euro anfallen.

Auch die Kosten für den Betriebskilometer werden um 29 Cent höher sein als im herkömmlichen Betrieb. Bei knapp fünf Millionen Kilometer, die die Busse jährlich in Göttingen zurücklegen, bedeutet das rund 1,5 Millionen Euro Mehrkosten, die entweder aus dem Steuersäckel oder über höhere Ticketpreise finanziert werden müssen.

Die Umstellung auf Batteriebetrieb soll in mehreren Schritten erfolgen. Dabei stützen sich Politik und Verwaltung auf seine Studie des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden, dessen Vertreter Thoralf Knote dem Ausschuss die Vor -und Nachteile der Batterie-Busse erläuterte und Vorschläge für eine Umsetzung machte.

Um die Umstellung auf Batteriebetrieb zu realisieren, müssen die Verkehrsbetriebe massiv in Technik, so für Ladestationen und die Schulung der Werkstattmitarbeiter investieren, die bislang mit Hoch-Volt-Technik nichts zu tun hatten. Außerdem müssen wohl die Fahrpläne überarbeitet werden und möglicherweise Endhaltestellen verlegt werden, um Ladestationen einrichten zu können.

Bei den E-Bussen gibt es zudem nach wie vor ein ungelöstes Problem, dass die Reichweite der Fahrzeuge insbesondere bei Kälte einschränkt: die Heizung beziehungsweise die Klimatisierung der Busse. Solange noch keine hocheffizienten elektrischen Heizungen beziehungsweise leistungsfähigere Batterien zur Verfügung stehen, schlägt das Fraunhofer-Institut deshalb zunächst mit Diesel betriebene Heizungen vor.

Der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe, Michael Neugebauer, sagte auf Nachfrage, dass von 2019 an ein neues elektronisches Ticket eingeführt werden könne. Mit ihm soll eine Beschleunigung der Fahrgastabfertigung erreicht werden.

Der Ausschuss strebt zudem an, dass von 2018 an ein neues Tarifsystem eingeführt wird. Ein Gutachten des zurzeit angewendeten Systems hat diverse Schwachstellen ergeben, unter anderem zu hohe Rabatte für Mehrfachfahrscheine. Die Verkehrsbetriebe sollen jetzt Vorschläge für eine neue Tarifstruktur erarbeiten.

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