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Gute Nachricht: Bis Ende 2023 stabile Preise im Nahverkehr in Südniedersachsen

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Von: Bernd Schlegel

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Der Metronom: Dieser Zug ist im Nahverkehr in Südniedersachsen unverzichtbar. Am Tag vor Heiligabend fielen mehrere Verbindungen aus. (Symbolbild)
Der Metronom: Dieser Zug ist im Nahverkehr in Südniedersachsen unverzichtbar. Die Preise für die Tickets im Verkehrsverbund der Region bleiben bis Ende kommenden Jahres unverändert. © Ole Spata/dpa

Das ist eine gute Nachricht: Bis Ende 2023 steigen die Preise im Verbundtarif in Südniedersachsen nicht an. Die Mehrkosten übernehmen die Kreise und die Stadt Göttingen.

Göttingen – Das ist für viele Pendler eine positive Nachricht: Der Verkehrsverbund Südniedersachsen erhöht seine Preise bis Ende 2023 nicht. Zahlreiche andere Verbünde in Deutschland heben in Kürze ihre Preise an. Kritik gibt es vom Fahrgastverband Pro Bahn am Verkehrsangebot auf der Schiene nach dem Fahrplanwechsel.

Seit dem Jahr 2019 gibt es keine Preiserhöhungen im Verbund in Südniedersachsen. Im Gegenteil: Mit der Tarifreform zum Jahreswechsel 2020/21 wurden zahlreiche Tarife sogar deutlich im Preis gesenkt. Dass die Preise für den Nahverkehr in Südniedersachsen weiterhin stabil bleiben, ist möglich, weil sowohl die Landkreise Göttingen, Northeim und Holzminden als auch die Stadt Göttingen mehr Geld bereitstellen und damit die steigenden Kosten übernehmen.

ÖPNV ist gute Alternative zum Auto

„Der Öffentliche Personennahverkehr bietet somit für viele Menschen in der Region weiterhin eine gute Alternative zum eigenen Pkw. Gerade in Zeiten von Preissteigerungen, aber auch mit Blick auf die Klimabelastungen ist eine Preisstabilität beim umweltfreundlichen ÖPNV ein verkehrspolitisch wichtiges Signal“, heißt es vom Verkehrsverbund Südniedersachsen.

Nach wie vor kostet innerhalb des Verkehrsverbundes ein Einzelfahrschein nicht mehr als fünf Euro. Für Pendler ist jedoch die Abo-Jahreskarte empfehlenswert. Sie ist übertragbar und gilt für beliebig viele Fahrten innerhalb des räumlichen Geltungsbereichs. In Preisstufe 5, der höchsten Preisstufe, betragen die monatlichen Kosten 92,40 Euro.

Deutschlandticket soll kommen

Sollte das in den Medien angekündigte Deutschlandticket zum Preis von monatlich 49 Euro eingeführt werden, brauchen Abonnenten übrigens nichts zu unternehmen. Die Kunden werden rechtzeitig informiert, wann und wie sie zum neuen Angebot wechseln können. Bestehende VSN-Abos brauchen deshalb nicht gekündigt werden.

Schub für Mobilität in Südniedersachsen

Mit dem von Bund und Land finanzierten 49-Euro-Ticket erwarten die Aufgabenträger, der Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen, die Stadt Göttingen, aber auch die VSN GmbH, einen „neuen Schub für die klimafreundliche Mobilität per Bahn und Bus“. Noch ungeklärt ist allerdings die Finanzierung des Fahrplanangebotes durch den Bund beziehungsweise die Länder.

Kritik am Fahrplanangebot auf der Schiene in Südniedersachsen kommt unterdessen vom Fahrgastverband Pro Bahn: Mit Blick auf den Fahrplanwechsel am Sonntag, 11. Dezember, werden die „Erwartungen der Fahrgäste auf Taktverdichtungen von der Landesnahverkehrsgesellschaft leider wieder enttäuscht“, sagt Pro Bahn.

Nachholbedarf auf der Strecke Göttingen-Northeim-Einbeck

Nachholbedarf sieht Regionalvorsitzender Gerd Aschoff auf der Strecke von Göttingen über Northeim nach Einbeck: „Es müssen Züge vom ICE-Bahnhof Göttingen bis zum PS-Speicher durchfahren.“

Gerd Aschoff
, Vorsitzender Pro Bahn
 Südniedersachsen
Gerd Aschoff, Vorsitzender Pro Bahn Südniedersachsen © Anna-Lena Stolte/nh

Grundsätzlich bemängelt der Verband den „Stolpertakt“ der Einbecker Züge. „Abfahrten zur selben Minute wären für die Fahrgäste deutlich besser zu merken. Die Einrichtung neuer Bahnhalte in Rosdorf und Uslar-Verliehausen sollte bei der neuen Landesregierung schnell eine höhere Priorität bekommen“, fordert Aschoff.

Kein Zusatzangebot zur Landesgartenschau in Bad Gandersheim

Neidisch schaut Pro Bahn auf die Landesgartenschau im kommenden Jahr in Höxter, zu der es drei zusätzliche Zugpaare zwischen Paderborn und Holzminden geben wird. Marco Schumm, stellvertretender Pro Bahn-Regionalvorsitzender: „Von solchen Zusatzangeboten können wir zur Landesgartenschau 2023 in Bad Gandersheim nur träumen.“

Nur wenige Verbesserungen gibt es beim Fernverkehr: Das Angebot wird durch einzelne Züge, deren Verkehrstage erweitert wurden, geringfügig ausgebaut, zum Beispiel durch ein ICE-Zugpaar zwischen Hamburg und München (ab Göttingen 15.35 Uhr Richtung Süden) und zurück (ab Göttingen 20.16 Uhr Richtung Norden), das zusätzlich zum Stundentakt verkehrt. Pro Bahn fordert insgesamt mehr klimafreundliche Mobilität auch in der Region Südniedersachsen. (Bernd Schlegel)

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