Autos sind die größten Feinde

Bisher mussten 22 Wölfe in Niedersachsen sterben

Feind Auto: Bei Visbeck bei Wildeshausen in Niedersachsen wurde am 11. April ein Wolf von einem Fahrzeug erfasst und getötet. Foto: dpa

Hannover/Göttingen. Nahe Göttingen, bei Lödingsen, ist in dieser Woche ein Wolf gesichtet und gefilmt worden. Wie gefährlich die seltenen Tiere leben, zeigt die Statistik.

Seit 2003 sind in Niedersachsen 22 Wölfe tot aufgefunden worden. Anfang Juli wurde im Heidekreis bei Bispingen ein weiteres im Straßenverkehr getötetes Tier entdeckt, teilte die Landesjägerschaft mit. Die Zahl der Wölfe steigt den Angaben zufolge stetig an.

Der Straßenverkehr gilt damit für 15 der aufgefundenen Wölfe als Todesursache. Aber: Drei Wölfe wurden illegal erschossen. Der auch „Kurti“ genannte Wolf „MT6“ wurde im Frühjahr 2016 auf Weisung des niedersächsischen Umweltministeriums getötet. Drei weitere Wölfe starben aus Altersgründen, an Krankheiten oder an Verletzungen.

Aktuell wird die Zahl der lebenden Wölfe in Niedersachsen auf etwa 80 geschätzt. Sie leben in elf Rudeln oder als Einzelgänger. Die Landesjägerschaft geht von mehr als 100 Tieren aus.

Bei dem Wolfsfund im Heidekreis habe es sich um ein säugendes Muttertier gehandelt, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mit. Die Welpen seien aber bereits so alt, dass sie von anderen Rudelmitgliedern aufgezogen werden könnten.

Weit gereist: Dieser Wolf wurde im Juni bei Überlingen (Baden-Württemberg) gesehen. Er stammte aus Niedersachsen. Foto: dpa

2003 begann in Niedersachsen das Wolfsmonitoring, also die systematische Beobachtung und Zählung der Raubtiere. Mit dieser Aufgabe ist die Landesjägerschaft beauftragt.

Beachtlich ist, wie weit Wölfe ziehen können. So ist ein Anfang Juli im Schluchsee im Schwarzwald tot aufgefundener Wolf zuvor laut Medienberichten wohl aus Niedersachsen bis in den Schwarzwald gelaufen. Das habe der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) im Stuttgarter Landtag bekanntgegeben, berichtete die Badische Zeitung.

Den Angaben zufolge handelte es sich um einen Welpen, der 2016 bei Schneverdingen im Heidekreis nachgewiesen wurde. Der Wolf sei unter dem Kennzeichen GW 630 M registriert. Die Entfernung zwischen Schneverdingen und dem Schluchsee beträgt rund 600 Kilometer Luftlinie. Der Wolf war vor seinem Tod offenbar mehrere Wochen in Baden-Württemberg unterwegs.

Nach Erkenntnissen von Fachleuten könnte es sich um dasselbe Tier handeln, das Ende Juni zunächst in der Gegend von Überlingen am Bodensee gesehen wurde. Später soll der Wolf auch in der Nähe von Stockach und bei Bad Dürrheim gesichtet worden sein. Es waren die ersten Sichtungen eines wildlebenden Wolfs seit mehr als 150 Jahren in Baden-Württemberg. (epd/tko)

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